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OBOD

Der Orden der Barden, Ovaten und Druiden 

ist eine weltweite Gruppe mit über dreißigtausend Mitgliedern in fünfzig Ländern, die sich der Ausübung, Lehre und Entwicklung des Druidentums als wertvolle und inspirierende Spiritualität verpflichtet, die die natürliche Welt in ihrer ganzen Schönheit respektiert, schützt und eine tiefe Verbundenheit mit der Natur fördert. 

Die Mitglieder arbeiten mit spirituellen Lehren, die die Inspiration der alten Druiden und der alten Geschichten mit zeitgenössischer Wissenschaft und Erkenntnissen über die Beziehung zwischen den Menschen und der Welt der Pflanzen und Tiere, Sterne und Steine verbinden. Das bewusste Erleben und Feiern des Jahreskreislaufes mit naturbezogenen Ritualen ist ein charakteristisches Element des OBOD.

Geschichte

Der Orden der Barden, Ovaten und Druiden wurde vor über 50 Jahren in Großbritannien vom Historiker und Dichter Ross Nichols gegründet, unterstützt von der Schriftstellerin und Gründerin der Tolkien Society, Vera Chapman, sowie weiteren Mitgliedern des Ancient Druid Order, der sich in den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts aus der Druiden-Renaissance heraus entwickelt hatte , die vor etwa dreihundert Jahren begann. 

Ross Nichols war ein enger Freund von Gerald Gardener, der zur gleichen Zeit die Wicca Bewegung begründete, was einige Ähnlichkeiten der beiden spirituellen Ausrichtungen erklären könnte. Ende der 1980er Jahre wurde der Psychologe und Schriftsteller Philip Carr-Gomm der Chosen Chief des Ordens, der die heutige Form von OBOD und des für die Lehren des Ordens zentralen Kurs in modernen Druidentum entwickelt hat. 2021 wurde Eimear Burke seine Nachfolgerin als Chosen Chief.

Organisation

Der Orden ist als gemeinnützige Gesellschaft organisiert, die sich auf die Vermittlung des Druidentums, die Förderung des Umweltbewusstseins und das Pflanzen von Bäumen sowie die Pflege der druidischen Kultur, Geschichte und der damit verbundenen Folklore und Mythologie und der bardischen Künste des Geschichtenerzählens, der Poesie, der Musik und der darstellenden Künste konzentriert. 

Im Kern handelt es sich um eine Mysterienschule und eine Gemeinschaft, und der Begriff „Orden” leitet sich eher aus der Tradition magischer Orden als aus der Tradition religiöser Orden ab. Weder der Orden noch das Druidentum sind eine Sekte. Eine Sekte dreht sich um eine Persönlichkeit, einen charismatischen Führer oder eine bestimmte Gottheit oder einen Heiligen. Der Orden und das Druidentum weisen keine dieser Eigenschaften auf.

Gleichberechtigung

Das weibliche Prinzip wird als ebenso wichtig angesehen wie das männliche Prinzip, ebenso wie Prinzipien, die über das Geschlecht hinausgehen, und alle werden in den Lehren und der Mitgliedschaft des Ordens gefeiert und vertreten. Der Orden ist weder patriarchalisch noch zugunsten von Männern voreingenommen – viele Frauen bekleiden Führungspositionen, und über die Hälfte der Mitglieder sind weiblich.

Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft im Orden ist etwas anders, als man das von deutschen Vereinen oder religiösen Gemeinschaften kennt. Basis der Mitgliedschaft ist, dass man den Bardenkurs belegt, der die Grundlagen des modernen Druidentums und Rituale zu den verschiedenen Jahreskreisfesten einführend lehrt und somit die Grundlage für die gemeinschaftlichen Zusammenkünfte bildet. Über die Kosten des Bardenkurses hinaus, der aktuell weniger als 400 Euro kostet, gibt es keinerlei weitere Mitgliedsbeiträge, wenn man möchte, ist man kostenfrei „lebenslang“ Mitglied des Ordens.

Die Mitgliedschaft im Orden steht Anhängern aller Glaubensrichtungen und Nichtgläubigen offen, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder ethnischer Herkunft.

Werte

Der Orden ist eine Gemeinschaft, die das Leben feiert in all ihrer Schönheit und Vielfalt, die darauf abzielt, die Erde zu schützen und zu bewahren, und die sich darauf konzentriert, die Spiritualität der Druiden für die heutige Zeit zu lehren – mit Schwerpunkt auf den Tugenden des Mitgefühls und des Respekts für alles Leben. Der Orden steht zu den Werten von Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit für alle, Toleranz und Inklusivität, die Ausdrucksformen von Rassismus, Sexismus und Homophobie vollständig ablehnen.

Gemeinschaft

Selbstverantwortung und eigene Gestaltungsfreiheit sind wichtige Grundlagen bei OBOD, es steht jedem Mitglied frei, ob man über das Kursstudium hinaus sich mit anderen Mitgliedern vernetzen und treffen möchte, oder nicht. Die weltweit inzwischen mehr als 300 Gruppen – Seedgroups und Groves werden eigenständig und selbstverantwortlich von engagierten OBOD-Mitgliedern gegründet und organisiert nicht „von oben gelenkt“. 

Es steht jedem OBOD-Mitglied frei, eine Gruppe in der eigenen Region zu gründen. Die Gruppen sollten demokratisch organisiert sein, es gibt dazu einen Leitfaden, der die Werte und die Gleichheit von OBOD auch für die regionalen Gruppen bekräftigt. Der Schwerpunkt der OBOD-Gruppen liegt in den Treffen zu den Jahreskreisfesten und diese gemeinsam zu feiern und sich mit Gleichgesinnten zu treffen und zu druidischen Themen auszutauschen. Darüber hinaus organisieren einzelne Mitglieder und Gruppen Zusammenkünfte, Retreats, Camps, Konferenzen und Workshops.

Die Jahreskreisfeste und ihre Rituale

Die Mitglieder es Ordens lernen im grundlegenden Bardenkurs, wie sie die Verbundenheit mit dem Kreislauf des Jahres für inneres Wachstum und lebensphilosophische Fragen gestalten können. Hierbei sind die Rituale zu den jeweiligen Festen zentral, sie können alleine oder in einer regionalen Gruppe gefeiert werden, auch online-Rituale sind möglich:

  • Samhain: Ist der Ursprung von „Halloween“ (All hallows eve), das besonders das Thema des Rückzugs und Absterben der Natur behandelt und die Verbindung zu den Vorfahren erlebbar macht.

  • Alban Arthan: „Das Licht von Arthus“ bezeichnet die Wintersonnenwende, die die Rückkehr des Lichts feiert. Hier ist ein Unterschied zu den Bezeichnungen zu den Wicca-orientierten Jahreskreisfesten erfahrbar: An Alban Arthan feiern Druiden die Wiederkehr des „Mabon“, des lichtvollen göttlichen Kindes.

  • Imbolc: Ist der Ursprung von „Lichtmess“, das das nun spürbar wieder längere Tages-Licht feiert, das nahende Ende des Winters und das Regen der Natur und des Beginn des Keimens der Samen in der Erde.

  • Alban Eilir: Bezeichnet die Frühlings-Tagundnachtgleiche, den Beginn des Frühlings mit den nun deutlicher sichtbaren Zeichen der ergrünenden Natur und eine Zeit der Balance zwischen Hell und Dunkel.

  • Beltane: Würdigt die Zeit der Fruchtbarkeit und des fröhlichen Lebens, die volle Entfaltung der Lebenskraft in der Natur, oft symbolisiert durch die Blüte des Weissdorns.

  • Alban Hefin: Bezeichnet die Sommersonnenwende, die den Höhepunkt des Lichts im Jahreskreislauf markiert, aber würdigt auch den kommenden Abstieg in die dunklere Zeit des Jahres auf diesem Höhepunkt.

  • Lughnasadh: Ist das erste Fest im Zeichen der Ernte und verbunden mit dem keltischen Gott Lugh, dem Gott des Feuers und des Lichts. Ernterituale sind mit diesem Fest verbunden, insbesondere die erste Korn-Ernte, aber auch die Feier des Hochsommers.

  • Alban Elfed: Bezeichnet die Herbst-Tagundnachtgleiche, die das Ende des Sommers und den Beginn des Herbstes markiert. Der Dank für die Ernte, die nun eingefahren ist, steht im Zentrum und wieder das Thema der Balance zwischen Licht und Dunkel, die nun Richtung Dunkelheit geht.

Die Bezeichnung der Jahreskreisfeste ist bei OBOD somit deutlich anders als in der Wicca-Tradition, auch wenn Kernelemente der Feste naturgemäß die gleichen sind.

Der Kurs in modernem Druidentum

Der Kurs gliedert sich in 3 aufeinander aufbauende Stufen:

Bardengrad

Lehrt die Basiskonzepte, die dem Druidentum zugrunde liegen, z.B. das intensive Studium der Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, die Werte des modernen Druidentums für die persönliche Entwicklung anhand historischer Mythen und die Entwicklung der ganz eigenen, erfüllenden Kreativität.

Ovatengrad

Vertieft das Studium von heiligen Orten und Bäumen, Tieren und Pflanzen und den Themen von Heilung und Divination, auch im Sinne tiefer Persönlichkeitserfahrung.

Druidengrad

Die Mythen der Gralslegende und Arthussage werden vertieft, das Thema der Richtung und Zielsetzung im Leben sowie der Sternenkunde und Philosophie.

Es gibt keine Verpflichtung, alle Kursstufen zu durchlaufen.

Generell ist es, ausser in Studien-Hainen, wie sie z.B. bei Camps stattfinden, nicht von Relevanz in welchem Kursgrad man sich befindet, sie definieren keine Hierarchie, sondern Lernstufen mit eigenen Inhalten – viele Barden identifizieren sich mit dem Aspekt der Anerkennung und Entfaltung der eigenen Kreativität, viele Ovaten deutlich mit dem Thema Heilung in vielen Facetten – Naturheilung, Gesundheit oder innere Heilung- und Mitglieder im Druidengrad oft mehr mit dem Aspekt der Philosophie und des Lehrens. Jedes Mitglied ist aber, unabhängig vom Kursgrad auch „Druidin oder Druide“, wie sich die Menschen bezeichnen, die dem modernen Druidentum von OBOD als Natur-Spiritualität folgen.

PaganLex Eintrag von Bettina vomBaum, Mitgliederbetreuung OBOD im deutschsprachigen Raum

Schlagwörter

    Tradition Religion Magie Zusammenkunft Natur Wicca Ritual Hexen Spiritualität Werkzeug
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