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Hexenwerk

Hexenwerk ist ein Sammelbegriff für Handlungen, Praktiken und Ergebnisse, die traditionell der Hexerei zugeschrieben werden. Im historischen Sinne meinte man damit vor allem Schadenzauber (Maleficium) oder die Ausübung von Magie in Pakt mit dem Teufel. In der modernen Spiritualität bezeichnet der Begriff oft die gesamte Bandbreite an Ritualen, Zaubern, Heilpraktiken und spiritueller Arbeit, die von praktizierenden Hexen (Wiccas, traditionelle Hexen, eklektische Hexen) vollzogen wird.

Herkunft und Kulturelle Einordnung
Der Begriff „Hexenwerk“ leitet sich vom Wort Hexe ab, das selbst wahrscheinlich auf ältere germanische Bezeichnungen wie Hagazussa zurückgeht. Hag bedeutet dabei Zaun oder Hecke, was auf eine Zaunreiterin hindeuten könnte – eine Person, die an der Schwelle zwischen der menschlichen Siedlung und der Wildnis oder zwischen den weltlichen und den geistigen Reichen steht. Die sprachliche Verbindung deutet also ursprünglich auf eine weise Frau, Kräuterkundige oder Seherin hin.
Ihre dunkle, juristisch relevante Bedeutung erhielt die Hexerei jedoch vor allem in der Frühen Neuzeit (etwa 1450–1750) im Zuge der europäischen Hexenverfolgungen. Hier wurde „Hexenwerk“ von der herrschenden kirchlichen und weltlichen Elite mit Ketzerei (Abfall vom christlichen Glauben) und Teufelsanbetung gleichgesetzt. Das Hexenwerk galt als ein todeswürdiges Verbrechen, das großes Unheil über Menschen, Vieh und Ernten bringen sollte (Schadenzauber).

Bedeutung in Paganen und Spirituellen Kontexten
In den modernen paganen und neuheidnischen Traditionen, wie etwa dem Wicca und verschiedenen Formen des modernen Hexentums, hat sich die Bedeutung von „Hexenwerk“ stark gewandelt. Es wird heute meist positiv und als Selbstbezeichnung verwendet.
• Praktiken: „Hexenwerk“ umfasst in diesem Kontext das Ritual, die Arbeit mit Kräutern und Heilsteinen, das Wahrsagen (Divination), die Ausrichtung von Jahreskreisfesten und alle Formen der Magie, die der Bewusstseinsentwicklung und der Verbindung zur Natur dienen.
• Ethik: Anders als das historische Bild, das auf Schadenzauber fokussierte, stehen in den meisten modernen Traditionen die ethischen Grundsätze im Vordergrund, wie der Wicca-Rede (verletze niemanden) oder das Gesetz der dreifachen Wiederkehr (alles, was du aussendest, kehrt dreifach zu dir zurück). Kurz gesagt, modernes Hexenwerk ist eine Naturspiritualität und Magiepraxis, die auf die Stärkung des Selbst und die Harmonisierung mit den natürlichen Zyklen abzielt.

Missverständnisse und Fehlinterpretationen
Das größte Missverständnis rührt von der historischen Dämonisierung des Begriffs her. Viele Menschen verbinden „Hexenwerk“ immer noch automatisch mit:
1. Schwarzer Magie und dem Wunsch, anderen Schaden zuzufügen.
2. Satanismus oder Teufelsanbetung.
Beides trifft auf die überwiegende Mehrheit der modernen paganen Praktiken nicht zu. Das moderne Hexenwerk sieht sich nicht als Anti-Christentum, sondern als eigenständige, naturverbundene Spiritualität, die häufig polytheistisch oder duotheistisch (Göttin und Gott) orientiert ist und den freien Willen anderer respektiert. Die Praktiken sind oft bodenständig und beziehen sich stark auf die Kräfte der Natur und die innere Arbeit am eigenen Bewusstsein.

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Schlagwörter

    Religion Ritual Tradition Magie Spiritualität Werkzeug Hexen Wicca Natur Zusammenkunft

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