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Sidhe

In der Welt der keltischen Mythologie und der modernen keltischen Spiritualität begegnet einem immer wieder ein Begriff, der so klangvoll wie geheimnisvoll ist: die Sidhe (gesprochen: *Schie*). Ursprünglich bezeichnete das altirische Wort schlichtweg „Hügel“ oder „Grabhügel“. Doch wer tiefer in die irische Überlieferung eintaucht, merkt schnell, dass damit nicht nur die Erderhebung selbst gemeint ist, sondern vor allem das Volk, das darin wohnt.

Wurzeln und die Tuatha Dé Danann

Um die Sidhe zu verstehen, muss man einen Blick auf die mythologische Geschichte Irlands werfen. In den mittelalterlichen Schriften, wie dem *Lebor Gabála Érenn* (dem Buch der Landnahmen), wird von den Tuatha Dé Danann berichtet – dem „Volk der Göttin Danu“. Sie waren ein göttliches Volk mit großen magischen Fähigkeiten, das Irland beherrschte, bevor die Vorfahren der heutigen Menschen, die Milesier, eintrafen.

Nach einer großen Schlacht und einem darauffolgenden Friedensschluss zogen sich die Tuatha Dé Danann in die „Anderswelt“ zurück. Diese Parallelwelt liegt nach keltischem Verständnis hinter dem Nebel, im Meer oder eben unter den Hügeln. Aus den stolzen Göttern wurden so im Volksglauben die *Aos Sí* – die Leute der Hügel. Der Begriff Sidhe ging also vom Wohnort auf die Bewohner über.

Bedeutung in der spirituellen Praxis

In heidnischen und naturreligiösen Traditionen werden die Sidhe heute weniger als kleine Elfen mit Flügeln betrachtet, wie sie die viktorianische Zeit gerne darstellte. Vielmehr sieht man in ihnen mächtige, teils ambivalente Wesenheiten der Natur und der Anderswelt. Sie stehen für die unsichtbare Kraft der Landschaft.

Wer heute praktischen Druidismus oder keltisches Heidentum betreibt, begegnet den Sidhe oft als „gute Nachbarn“. Das ist ein respektvoller Beiname, denn man war sich stets bewusst, dass diese Wesen zwar Weisheit und Segen spenden können, aber auch ihren eigenen Gesetzen folgen, die nicht immer mit menschlichen Moralvorstellungen übereinstimmen. Rituale an alten heiligen Orten oder Opfergaben wie Milch, Honig oder Getreide dienen dazu, die Harmonie zwischen der Menschenwelt und der Welt der Sidhe zu wahren.

Missverständnisse und moderne Sichtweisen

Ein häufiges Missverständnis ist die Gleichsetzung der Sidhe mit den niedlichen „Fairies“ aus modernen Märchenfilmen. Historisch gesehen waren die Sidhe oft von menschlicher Größe, von beeindruckender Schönheit oder erschreckender Fremdartigkeit. Sie sind keine moralischen Erzieher des Menschen, sondern Hüter der Wildnis und der magischen Ordnung.

Zudem wird oft geglaubt, die Sidhe seien „Geister der Toten“. Zwar überschneiden sich die Orte – alte Hügelgräber –, aber die Sidhe gelten in der Überlieferung als eine eigenständige Spezies oder eben als die „alten Götter“, während die Ahnen eine andere Kategorie von Wesenheiten darstellen.

Heute werden die Sidhe oft als Symbole für eine tiefe ökologische Verbundenheit interpretiert. Sie mahnen uns daran, dass die Natur nicht nur Materie ist, sondern eine eigene Seele und Würde besitzt, die es zu achten gilt.

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