Schlagwort: Initiation

  • Initiation

    Initiation bezeichnet die rituelle Aufnahme eines Menschen in eine Gemeinschaft, religiöse Tradition, soziale Gruppe oder neue Lebensstufe. Der Begriff stammt vom lateinischen initiare und bedeutet „einführen“, „einweihen“ oder „einen Anfang setzen“.

    Initiationen gehören zu den sogenannten Übergangsriten. Nach dem Religionsethnologen Arnold van Gennep bestehen solche Rituale häufig aus drei Phasen: der Trennung vom bisherigen Zustand, einer Schwellen- oder Übergangsphase und der anschließenden Eingliederung in eine neue Rolle. Typische Elemente können Unterweisungen, Prüfungen, Gelübde, symbolische Reinigung, ein neuer Name oder Bilder von Tod und Wiedergeburt sein.

    Eine Initiation verändert nicht nur das persönliche Selbstverständnis, sondern verleiht auch einen von der Gemeinschaft anerkannten neuen Status. Sie unterscheidet sich daher von einer bloßen Entscheidung, Mitgliedschaft oder persönlichen Widmung.

    Im modernen Paganismus kann Initiation die formelle Aufnahme in eine bestimmte religiöse oder magische Tradition bezeichnen. Besonders in initiatorischen Wicca-Traditionen erfolgt sie innerhalb eines Covens und einer konkreten Überlieferungslinie. Andere pagane Richtungen kennen dagegen keine Initiationen oder verwenden freiere Aufnahme- und Widmungsrituale.

    Eine Selbstwidmung ist von einer Initiation im engeren Sinn zu unterscheiden. Bei ihr bindet sich eine Person eigenständig an einen religiösen Weg, eine Gottheit oder eine Praxis. Eine Initiation setzt dagegen gewöhnlich eine Gemeinschaft oder bereits initiierte Personen voraus, die den Übergang vollziehen und anerkennen.

    Initiation bezeichnet somit einen bewusst gestalteten und rituell bestätigten Übergang in einen neuen religiösen, sozialen oder persönlichen Status.