Mabon ist historisch als Name einer mythologischen beziehungsweise göttlichen Gestalt begründet. Hinter dem mittelalterlichen Mabon ap Modron steht sehr wahrscheinlich der antike keltische Gott Maponos, der durch Inschriften in Britannien und Gallien nachgewiesen ist und im römischen Britannien mehrfach mit Apollo verbunden wurde.
Mabon ist dagegen kein historisch belegter Name der Herbst-Tagundnachtgleiche. Die Verbindung wurde 1974 von Aidan Kelly geschaffen, auf der Grundlage eines freien Vergleichs zwischen Persephone und Mabons Gefangenschaft und Befreiung. Über Green Egg und spätere neuheidnische Literatur verbreitete sich die Bezeichnung international.
Der Name muss deshalb nicht aus dem modernen Heidentum verbannt werden. Er sollte aber korrekt erklärt werden: Mabon ist ein moderner Festname mit Bezug auf eine historisch belegte Gottheit – nicht der überlieferte Name eines alten keltischen Herbstfestes.
Die Verteidiger des Namens weisen zu Recht darauf hin, dass Religionen nicht ausschließlich aus unveränderten antiken Überlieferungen bestehen. Feste, Liturgien und Namen können neu geschaffen werden und dennoch religiös bedeutsam sein. Nach mehr als fünfzig Jahren Gebrauch ist „Mabon“ innerhalb bestimmter Wicca– und Hexentraditionen zu einem etablierten modernen Festnamen geworden.