Der Ausdruck „pagan umbrella“ bezeichnet ein Sammel- bzw. Dachkonzept, unter dem sehr unterschiedliche neopagane, rekonstruktive und naturreligiöse Traditionen zusammengefasst werden. Der Begriff stammt aus dem englischsprachigen Raum und beschreibt die Vielfalt der heidnischen Bewegung, ohne eine einheitliche Lehre oder gemeinsame Theologie zu behaupten.
Kernelemente des „pagan umbrella“
- Dachbegriff für viele Richtungen
Unter diesem Schirm finden sich u. a. Wicca, Druidentum, Ásatrú/Heidentum, Hellenismus, Kemetic Reconstructionism, moderne Hexenpfade, Schamanismus-nahe Praktiken, polytheistische Wiederbelebungsbewegungen und synkretistische Wege. - Gemeinsame Grundhaltungen, aber keine einheitliche Religion
Der „Schirm“ markiert nur lose geteilte Prinzipien wie Naturverbundenheit, Achtung vor Vielgötterei oder rituelle Praxis – ohne gemeinsame Dogmen, Autoritäten oder heilige Schrift. - Praktischer Begriff für Kooperation
In interreligiöser Zusammenarbeit, Forschung und Aktivismus dient er dazu, die Vielzahl kleiner Traditionen sichtbar zu machen, die einzeln kaum institutionelle Ressourcen haben. - Betonung der Vielfalt
Der Begriff anerkennt explizit, dass es keine homogene „pagan religion“ gibt, sondern ein Netzwerk von eigenständigen Traditionen mit verschiedenen Ursprüngen, Ethiken und Weltbildern.