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  • Eldaring

    Der **Eldaring e.V.** ist ein gemeinnütziger Verein in Deutschland, der sich mit der Wiederbelebung und Praxis der vorchristlichen germanischen Religion, auch bekannt als Ásatrú, beschäftigt. Hier sind einige zentrale Aspekte des Vereins:

    Ziele und Philosophie

    • Wiederbelebung des Heidentums: Der Eldaring hat das Ziel, die Traditionen und Glaubenssysteme der germanischen Völker zu fördern und zu praktizieren. Dies geschieht durch die Organisation von Treffen, Ritualen und Bildungsangeboten.
    • Dogmenfreiheit: Der Verein versteht sich als dogmenfreie Gemeinschaft, die religiöse Vielfalt respektiert und keine politischen oder rassistischen Aktivitäten duldet.

    Struktur und Organisation

    • Herde: Innerhalb des Eldaring sind regionale Gruppen, die als „Herde“ bezeichnet werden, organisiert. Diese Gruppen bieten Stammtische und regelmäßige Treffen an, um den Austausch unter den Mitgliedern zu fördern.
    • Herdwarte: Die Herdwarte sind ehrenamtliche Ansprechpartner innerhalb der Herde, die den Mitgliedern und Interessierten zur Verfügung stehen.

    Rituale und Feste

    • Der Eldaring feiert die Jahreskreisfeste, die eng mit der Natur und den Jahreszeiten verbunden sind. Diese Feste beinhalten Rituale zur Ehrung der Götter und der Ahnen sowie zur Feier von Lebensübergängen.
    • Blótgruppen: Diese Gruppen entstehen oft aus Stammtischen und führen heidnische Feste in eigener Verantwortung durch.

    Bildungsangebote

    • Der Eldaring veröffentlicht eine Vereinszeitschrift namens „Herdfeuer“, die Informationen über heidnische Praktiken, Veranstaltungen und Themen des germanischen Heidentums bietet.
    • Mitglieder können sich in Arbeitsgruppen zu speziellen Themen zusammenschließen, um vertiefte Kenntnisse zu erlangen.

    Politische Neutralität

    Der Eldaring betont seine politische Neutralität und duldet keine extremistischen oder diskriminierenden Einstellungen innerhalb der Gemeinschaft.

    Der **Eldaring e.V.** führt eine Vielzahl von Ritualen und Zeremonien durch, die sich an den Traditionen des germanischen Heidentums orientieren. Hier sind einige zentrale Aspekte der Rituale und Zeremonien, die im Eldaring praktiziert werden:

    Jahreskreisfeste

    Der Eldaring feiert die Jahreskreisfeste, die eine wichtige Rolle in der heidnischen Spiritualität spielen. Dazu gehören:

    • Jul (Wintersonnenwende): Dies ist ein zentrales Fest, das die Rückkehr des Lichts feiert.
    • Sommersonnenwende: Auch als Jul 2 bezeichnet, wird dieses Fest gefeiert, um den Höhepunkt des Sonnenlichts zu würdigen.
    • Tag- und Nachtgleichen: Diese Feste markieren den Wechsel der Jahreszeiten und werden ebenfalls gefeiert.

    Die Feste finden oft am Wochenende vor oder nach dem entsprechenden Datum statt, um eine größere Teilnahme zu ermöglichen.

    Lebenskreisrituale

    Zusätzlich zu den Jahreskreisfesten führt der Eldaring auch Rituale für Lebensübergänge durch, wie:

    • Eheleiten: Zeremonien zur Feier von Hochzeiten.
    • Kinderweihen: Rituale zur Begrüßung neuer Mitglieder in der Gemeinschaft.
    • Totenleiten: Zeremonien zur Ehrung verstorbener Angehöriger.

    Blót-Zeremonien

    Das Blót ist ein zentrales Ritual im Eldaring, bei dem Götter, Ahnen und Naturgeister geehrt werden. Die Zeremonie umfasst mehrere Schritte:

    • Eröffnung des Blóts: Der Thingfrieden wird ausgerufen, und es erfolgt eine Einladung an die Götter und anderen Wesenheiten, am Fest teilzuhaben.
    • Opferung: Der zentrale Akt des Blóts ist die Opferung an die Gottheiten. Dies kann in Form von Trank- oder Speisegaben geschehen.
    • Sumbel: Ein Teil der Zeremonie besteht darin, auf die Götter zu trinken und Segen für gemeinschaftliche oder persönliche Anliegen zu erbitten.

    Kreative Impulse

    Die Rituale im Eldaring sind offen für kreative Impulse und individuelle Gestaltung. Jede Blótgruppe hat die Freiheit, ihre Rituale zu gestalten und Elemente einzuführen, die zur Gemeinschaft passen. Dies fördert eine lebendige und dynamische Praxis.

    Gemeinschaftliche Aspekte

    Der Eldaring legt großen Wert auf Gemeinschaft. Die Rituale werden oft in Gruppen durchgeführt, wobei jeder Teilnehmer die Möglichkeit hat, aktiv teilzunehmen oder bestimmte Teile des Rituals zu gestalten. Dies stärkt das Gemeinschaftsgefühl und die Verbindung unter den Mitgliedern.

    Politische Neutralität

    Der Eldaring betont seine politische Neutralität und duldet keine extremistischen oder diskriminierenden Einstellungen innerhalb der Gemeinschaft. Dies schafft einen respektvollen Raum für alle Mitglieder.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Eldaring e.V. eine Vielzahl von Ritualen praktiziert, die sowohl traditionelle als auch kreative Elemente enthalten und stark mit der Natur sowie den Zyklen des Lebens verbunden sind.

  • Runen

    Begriffserklärung

    Die Runen sind Schriftzeichen und gleichzeitig auch Symbole der Germanen, Wikinger und der Angelsachsen. Man kann die Runen als einzelne Buchstaben lesen sowie als ganze Wörter mit verschiedenen Bedeutungen. Die unterschiedlichen Runenalphabete unterteilt man grob in

    • älteres Futhark
    • jüngeres Futhark
    • Futhork (angelsachsisches Runenalphabet)

    Herkunft des Wortes „Rune“

    Das Wort „Rune“ hat in verschiedenen alten Sprachen seine Bedeutung. So bedeutet zum Beispiel das altnordische Wort „rún“ so viel wie Zauber. Das altenglische Wort „run“ bedeutet Geheimnis, geheime Beratung.
    Im althochdeutschen bedeutet „runa“ in etwas so viel wie Beratung, Geflüster. Somit hat das Wort Runen auch bis heute seine Bedeutung in dem Wort „raunen“ erhalten.

    Verbreitung

    Die verschiedenen Schriftsysteme der Runen waren über einen Großteil vom damaligen Europa verbreitet. Von Frankreich bis zur Ukraine und Russland sowie von Griechenland und Italien bis hinzu Skandinavien und Grönland. Die meisten Funde von Runen wurden in Schweden und Dänemark entdeckt.

    Vom 2. bis zum 14. Jahrhundert nach Christus waren die Runen auf Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, Grabbeigaben sowie auf Steindenkmälern eingeritzt. Dabei war anfangs im Süden Deutschlands und am Rhein entlang das ältere Futhark verbreitet.

    In Skandinavien und Grönland entwickelte sich ab ca. dem 4. Jahrhundert das jüngere Futhark. Nachdem die Angelsachsen in England angekommen waren entwickelte sich dort das Futhork ab ca. dem 5. Jahrhundert.

    Entstehung

    Es gibt einige Theorien, wie die Runen als Schriftzeichen und Symbole entstanden sind. Ein genauer Hergang ist leider nicht möglich zu rekonstruieren.

    Es wird angenommen, die die heute bekannten Runen sich aus prä-runischen Symbolen, welche seit ca. 10000 v. Chr. im osteuropäischen Raum, seit ca. 2600 v. Chr. im Mittelmeer Raum und seit ca. 3300 v. Chr.
    im nord- und mitteleuropäischen Raum auftraten, in Kombination mit den früheren griechischen, lateinischen und etruskischen Buchstabensystemen verbanden.

    Tatsache ist aber das weder die Germanen, noch die Skandinavier oder die Anglo Sachsen die Runen erfunden haben. Darum ist vielmehr anzunehmen das die frühen Runen aus den oben genannten Schriftarten ihren Ursprung nahmen.

    Die Runenreihen

    So wie auch jedes Schriftsystem sich im Laufe der Zeit verändert hat, so haben auch die Runen sich über die Jahrhunderte in Bedeutung und Aussprache verändert.

    Heutzutage kennt man drei hauptsächliche Runenreihen. Das ältere Futhark, das jüngere Futhark und das anglosachsische Futhork. Der Name Futhark entstand durch die ersten 8 Buchstaben der ältesten Runenreihe.

    ᚠ ᚢ ᚦ ᚨ ᚱ ᚲ
    f u th a r k

    Das ältere Futhark

    Das ältere Futhark ist ein Schriftsystem welches vorrangig die Germanen verwendeten. Es wurde in der Zeit von 150 n. Chr. bis 800 n. Chr. von den meisten germanischen Stämmen verwendet.
    Dieses Futhark besteht aus 24 Runen, welche sowohl als einzelner Buchstabe wie auch als Wort verwendet wurde.

    Es ist unterteilt in 3 Aetir:

    Das Freyas Aett

    ᚠ ᚢ ᚦ ᚨ ᚱ ᚲ
    f u th a r k

    Das Hagals Aett

    ᚺ ᚾ ᛁ ᛃ ᛇ ᛈ ᛉ ᛋ
    h n i j ei p z s

    Das Tyr Aett

    ᛏ ᛒ ᛖ ᛗ ᛚ ᛜ ᛞ ᛟ
    t b e m l ng d o

    Das jüngere Futhark

    Aus dem älteren Futhark entwickelte sich im Laufe der Zeit ein neues Runensystem. Man reduzierte die Runen von 24 auf 16. Dadurch wurde einige Runen für mehrere Buchstaben und Wörter benutzt. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts wurden die fehlenden Symbole durch Punktierungen aus. Dieses Runensystem wurde vorrangig von Wikingern genutzt und findet sich auf vielen Runensteinen Skandinaviens wieder.

    Das Futhork

    Ab dem späten 5. Jahrhundert bis in das 11. Jahrhundert hinein wurde das Futhork im friesischen sowie angelsächsischen Raum entwickelt und verwendet. Da die Sprache der Angelsachsen sich zu der  germanischen Sprache unterschied, musste man einige Runen anpassen und für die verschiedenen Laute, welche nicht im Germanischen vertreten waren, neue Runen entwickeln. Dieses Runensystem bestand aus 33 Symbolen.

    Verwendung

    Die Runen waren vorrangig Buchstaben und Wörter. Somit wurden sie als Verzierungen benutzt. Diese Verzierungen reichen von Alltagsgegenständen wie Vasen, Krügen und Kämme über Waffen und Rüstungen bis hin zu Grabbeigaben und religiösen Gegenständen.

    Seit wann Runen als Orakel eingesetzt wurden, ist leider unklar. Allerdings sind die Runen als Orakel heutzutage sehr beliebt und haben einen festen Platz neben Tarotkarten und anderen Orakelsystemen.

    Eine weitere Verwendung ist die Runenmagie. Runen als Binderunen eingesetzt um z.B. einen Schutzzauber zu wirken ist auch heute noch weit verbreitet. Vor allem in Island und Grönland findet man viele dieser Binderunen. Es wird vermutet das die Binderunen entstanden sind um Platz für ganze Worter auf Inschriften zu sparen und nachher entstand daraus ein magischer Aspekt.