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  • Litha

    Litha ist eine im modernen Wicca und Paganismus verbreitete Bezeichnung für das Fest der Sommersonnenwende. Es wird auf der Nordhalbkugel gewöhnlich um den 20. oder 21. Juni gefeiert und gehört zum achtteiligen Jahreskreis. Die Sonnenwende bezeichnet den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Zugleich bildet sie einen Wendepunkt: Nach dem Höhepunkt des Lichtes werden die Tage wieder kürzer.

    Der Name stammt aus dem altenglischen Kalender, den der Gelehrte Beda Venerabilis im Jahr 725 beschrieb. Dort heißen die beiden Monate um die Sommersonnenwende Ærra Liða und Æfterra Liða, also etwa „Liða davor“ und „Liða danach“. Beda deutete Liða als „mild“ oder „schiffbar“, da das ruhige Sommerwetter günstige Seefahrt ermöglicht habe. Der Begriff ist bei Beda jedoch als Monatsname, nicht eindeutig als Name eines vorchristlichen Sonnenwendfestes belegt.

    Als eigener Festname für die Sommersonnenwende wurde Litha erst im modernen Paganismus gebräuchlich. Besonders der amerikanische Wicca-Autor Aidan Kelly verwendete ihn in den 1970er-Jahren bei der Benennung der Feste des Jahreskreises. Von dort verbreitete sich der Name in zahlreichen neuheidnischen Traditionen.

    Litha steht heute meist für Licht, Wärme, Lebenskraft, Wachstum und die Fülle des Sommers. Typische moderne Feiern können Feuer, Blumen, gemeinschaftliche Mahlzeiten, Naturbeobachtung und Rituale unter freiem Himmel umfassen. Gestaltung und religiöse Deutung unterscheiden sich jedoch je nach Tradition. Litha ist daher keine einheitlich überlieferte antike Feier, sondern eine moderne Bezeichnung, die ältere Sonnenwendbräuche und zeitgenössische pagane Spiritualität miteinander verbindet.