Der Krampus ist eine furchterregende Begleitfigur des heiligen Nikolaus im alpenländischen Adventsbrauchtum. Er tritt traditionell am Vorabend des Nikolaustages, dem 5. Dezember, oder am 6. Dezember auf. Verbreitet ist die Figur besonders in Österreich, Bayern, Südtirol und angrenzenden Regionen.
Krampusse tragen meist Fellgewänder, geschnitzte Masken mit Hörnern und langen Zähnen sowie schwere Glocken oder Schellen. Häufig führen sie Ruten, Ketten oder einen Korb mit sich. Während der Nikolaus in traditionellen Umzügen lobt, beschenkt und ermahnt, verkörpert der Krampus die drohende oder strafende Seite des Brauches. Sein Auftreten sollte insbesondere Kinder zu regelgerechtem Verhalten anhalten.
Der Name wird vermutlich vom mittelhochdeutschen Wort krampen im Sinne von „Kralle“ abgeleitet. Die heute verbreitete Vorstellung, der Krampus sei unmittelbar aus einer vorchristlichen Dämonengestalt hervorgegangen, ist historisch nicht eindeutig belegbar. Seine überlieferte Rolle ist eng mit christlichen Nikolausspielen, mittelalterlichen Teufelsdarstellungen und regionalen Maskenbräuchen verbunden.
Seit dem späten 20. Jahrhundert haben sich Krampusläufe zu großen öffentlichen Veranstaltungen entwickelt. Dabei treten zahlreiche Krampusgruppen mit aufwendig gefertigten Masken, Feuer, Musik und Bühneneffekten auf. Krampus und Percht werden heute häufig gemeinsam dargestellt, sind traditionell jedoch zu unterscheiden: Der Krampus gehört zum Nikolausbrauchtum, während Perchten vor allem mit den Rauhnächten und dem Jahreswechsel verbunden sind.
