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Kult

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Kult bezeichnet im religionswissenschaftlichen Sinn die geregelte Verehrung einer Gottheit, eines heiligen Wesens oder eines religiösen Gegenstands durch Rituale, Gebete, Opfer, Feste, Prozessionen und andere religiöse Handlungen. Der Begriff beschreibt damit vor allem die praktische Ausübung von Religion, nicht deren Glaubenslehre oder moralische Bewertung.

Das Wort geht auf das lateinische cultus zurück, das „Pflege“, „Verehrung“ oder „Lebensweise“ bedeutet und mit colere – „pflegen“, „bebauen“ oder „verehren“ – zusammenhängt. Der verwandte Begriff Kultus wird ebenfalls für den rituellen Vollzug religiöser Verehrung verwendet. In Bezeichnungen wie „Kaiserkult“, „Heiligenkult“ oder „Mysterienkult“ ist das Wort grundsätzlich wertneutral.

In der modernen Alltagssprache erhielt „Kult“ jedoch weitere Bedeutungen. Unter dem Einfluss des englischen cult wird es häufig abwertend für religiöse oder weltanschauliche Gruppen verwendet, denen Manipulation, autoritäre Führung oder Abschottung zugeschrieben werden. Eine wissenschaftlich eindeutige Definition für diese Verwendung existiert nicht. Zur neutralen Beschreibung werden deshalb häufig Begriffe wie neue religiöse Bewegung oder religiöse Gemeinschaft bevorzugt.

Daneben bezeichnet „Kult“ in der Populärkultur eine besonders intensive Begeisterung, etwa bei einem „Kultfilm“, einer „Kultband“ oder einer Person mit „Kultstatus“. Dadurch ist der Begriff heute stark mehrdeutig.

Für die Beurteilung religiöser Gruppen ist eine präzise Sprache sinnvoller als die pauschale Bezeichnung „Kult“. Problematische Strukturen sollten anhand konkreter Merkmale wie Zwang, Täuschung, Ausbeutung, Gewalt, Kontrolle oder erschwertem Austritt beschrieben werden. Als öffentliche Selbstbezeichnung kann „Kult“ leicht missverstanden werden; verständlicher sind meist Begriffe wie „Religion“, „religiöse Tradition“ oder „religiöse Gemeinschaft“.

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