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Merlin

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Merlin ist eine zentrale Gestalt der mittelalterlichen Artussage. Das heute verbreitete Bild des alten Zauberers entstand jedoch erst durch die Verbindung verschiedener walisischer, lateinischer und französischer Überlieferungen.

Eine wichtige Vorstufe ist der walisische Myrddin, ein Dichter und Prophet, der nach einer Schlacht den Verstand verliert und als wilder Seher in der Natur lebt. Im 12. Jahrhundert verband Geoffrey von Monmouth diese Figur mit der Erzählung vom prophetischen Knaben Ambrosius. In seiner Historia regum Britanniae erscheint Merlin als Berater britischer Könige, Gestaltwandler und Prophet. Er hilft bei der Errichtung von Stonehenge und bereitet durch seine Magie die Zeugung König Arthurs vor.

Spätere französische Ritterromane machten Merlin zum Lehrer und Beschützer Arthurs sowie zum Mitbegründer der Tafelrunde. Zugleich wird er als zwiespältige Gestalt zwischen dämonischer Herkunft und göttlicher Bestimmung dargestellt. Sein Ende findet er meist durch seine Schülerin, die Herrin vom See, die ihn mit seinen eigenen Zauberkünsten einschließt.

Im modernen Paganismus und in Teilen des Druidentums gilt Merlin häufig als Symbol für Weisheit, Inspiration, Naturverbundenheit und prophetische Erkenntnis. Historisch lässt er sich jedoch weder als vorchristliche Gottheit noch eindeutig als antiker Druide nachweisen. Er ist vielmehr eine mittelalterliche literarische Figur, die ältere britische Motive aufnimmt und bis heute immer wieder neu gedeutet wird.

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