Lexikon

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  • Lammas

    Lammas ist ein englisches Erntefest, das traditionell am 1. August begangen wird. Der Name stammt vom altenglischen hlāfmæsse und bedeutet wörtlich „Laibmesse“: hlāf bezeichnet einen Brotlaib, mæsse die kirchliche Messe. Zu Beginn der Getreideernte wurde Brot aus dem ersten reifen Weizen zur Kirche gebracht, dort gesegnet und als Dank für die ersten Erträge des Jahres dargebracht. Lammas ist daher ursprünglich ein christliches Fest des mittelalterlichen England und kein überlieferter Name eines vorchristlichen keltischen Festes.

    Der Festtermin lag am Übergang zwischen Hochsommer und beginnender Erntezeit. Neben seiner kirchlichen Bedeutung entwickelte sich Lammas zu einem wichtigen Termin für Märkte, Jahrmärkte, Pachtzahlungen und andere gesellschaftliche Vereinbarungen. Ähnliche Bräuche waren auch in Schottland verbreitet.

    Im modernen Heidentum und besonders im Wicca gehört Lammas zum achtteiligen Jahreskreis. Es gilt als Fest der ersten Ernte und wird häufig mit Brotbacken, Erntedank, gemeinschaftlichen Mahlzeiten und Ritualen des Dankens und Teilens verbunden. Symbolisch steht es für die Früchte der eigenen Arbeit, aber auch für Vergänglichkeit und Opfer: Damit neues Leben entstehen kann, muss das gereifte Korn geschnitten werden.

    Lammas wird heute oft als anderer Name für Lughnasadh verwendet. Historisch handelt es sich jedoch um unterschiedliche Traditionen: Lughnasadh ist ein gälisches Saisonfest, das mit dem Gott Lugh, Versammlungen, Wettkämpfen und dem Beginn der Erntezeit verbunden war; Lammas ist ein angelsächsisch-christliches Fest der Brot- und Getreideernte. Ihre Zusammenführung zu einem gemeinsamen Jahreskreisfest ist eine Entwicklung des modernen Heidentums.