Die Blanke Helle ist ein kleiner Pfuhl im Alboinplatz an der Grenze der Berliner Ortsteile Schöneberg und Tempelhof. Die wassergefüllte Senke entstand als eiszeitliches Toteisloch und gehört zu einer Reihe glazialer Vertiefungen im Tempelhofer Oberland. Wegen ihrer naturgeschichtlichen Bedeutung stehen die Blanke Helle und ihre Umgebung als Naturdenkmal unter Schutz. Der Alboinplatz selbst ist zugleich ein Gartendenkmal.
Historisch diente der Pfuhl als Viehtränke der umliegenden Feldmark. Auf einer Karte von 1763 erscheint er als „große blanke Helle“; zeitweilig war auch die Bezeichnung „Blanke Hölle“ gebräuchlich. Die benachbarte, zwischen 1930 und 1931 nach Plänen von Hans Jessen errichtete Wohnanlage trägt ebenfalls den Namen Siedlung Blanke Helle.
Bekannt ist der Ort vor allem durch eine Sage, die den Pfuhl mit Hel, der Herrscherin der Unterwelt in der nordischen Mythologie, verbindet. Danach soll Hel einem an ihrem Ufer lebenden Priester schwarze Stiere zum Pflügen der Felder geschickt haben. Als ein christlicher Nachfolger die vorgeschriebenen Opfer unterließ, sei er von den Wassern beziehungsweise einem Stier verschlungen worden. Die Erzählung deutete den Pfuhl als Zugang zur Unterwelt und wurde später mit Unglücksfällen am Gewässer verbunden. Sie ist als lokale Sage zu verstehen, nicht als historischer Nachweis eines germanischen Kultplatzes.
An die Überlieferung erinnert das monumentale Auerochsen-Denkmal am Südufer. Die etwa neun Meter lange und sechs Meter hohe Kalksteinskulptur wurde zwischen 1934 und 1937 nach einem Entwurf Paul Mersmanns geschaffen. Mit dem gesenkten Kopf bildet der Stier den markanten Blickpunkt der Parkanlage und verbindet deren eiszeitliche Naturgeschichte mit der Berliner Sagenwelt.
