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Dreifache Göttin

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Als Dreifache Göttin werden zwei unterschiedliche Vorstellungen bezeichnet, die historisch nicht gleichgesetzt werden sollten.

In der antiken Kunst konnten einzelne Göttinnen dreigestaltig dargestellt werden. Das bekannteste Beispiel ist Hekate: Als Hekataion erscheint sie mit drei Körpern oder Gestalten, die häufig um einen Pfeiler angeordnet sind und in verschiedene Richtungen blicken. Diese Darstellung verweist unter anderem auf Hekates Verbindung mit Wegen, Schwellen und Kreuzungen. Attribute wie Fackeln, Schlüssel, Dolch oder Schlange kennzeichnen unterschiedliche Funktionen derselben Göttin. Die drei Gestalten verkörpern dabei jedoch keine aufeinanderfolgenden Lebensalter.

Davon zu unterscheiden ist das vor allem im modernen Paganismus und in Teilen des Wicca verbreitete Konzept Maiden, Mother, Crone – „Junge Frau“, „Mutter“ und „weise Alte“. Diese drei Aspekte werden häufig mit der zunehmenden, vollen und abnehmenden Mondphase sowie mit Jugend und Neubeginn, Reife und Schöpfung sowie Alter, Weisheit und Tod verbunden. Das Modell wurde im 20. Jahrhundert besonders durch Robert Graves und sein 1948 erschienenes Werk The White Goddess popularisiert und später in verschiedene neopagane Strömungen aufgenommen.

Die antike dreigestaltige Hekate und die moderne Göttin aus Maiden, Mother, Crone sind daher zwei verschiedene Konzepte. Hekate kann in heutigen religiösen Deutungen zwar mit einem dieser Aspekte – häufig der „Crone“ – verbunden werden; diese Zuordnung ist jedoch eine moderne Interpretation und keine überlieferte Bedeutung ihrer antiken Dreigestalt.

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