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Cernunnos

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Cernunnos ist eine antike gallische Gottheit, die meist als bärtiger Mann mit Hirschgeweih dargestellt wird. Sein Name ist vor allem durch den sogenannten Pfeiler der Schiffer aus dem römischen Lutetia, dem heutigen Paris, belegt. Dort erscheint er mit Geweih und Torques, den charakteristischen keltischen Halsringen.

Weitere Darstellungen eines gehörnten oder geweihtragenden Gottes sind aus Gallien und angrenzenden Regionen bekannt. Häufig sitzt die Gestalt im Schneidersitz und ist von Hirschen, Schlangen oder anderen Tieren umgeben. Auch die bekannte Geweihfigur auf dem Gundestrup-Kessel wird oft mit Cernunnos identifiziert, doch ist diese Zuordnung nicht gesichert, da dort keine Namensinschrift vorhanden ist.

Aufgrund seiner Attribute wird Cernunnos als Gott der Wildtiere, der Natur, der Fruchtbarkeit, des Wohlstands und der zyklischen Erneuerung gedeutet. Antike Texte oder Mythen über ihn sind jedoch nicht überliefert. Es bleibt daher unklar, ob alle ähnlichen Darstellungen dieselbe Gottheit zeigen oder verschiedene regionale Götter später unter dem Namen Cernunnos zusammengefasst wurden.

Im modernen Paganismus gilt Cernunnos häufig als Gott der Wildnis, der körperlichen Lebenskraft und der Verbindung zwischen Mensch und Natur. Besonders im Wicca wird er teilweise mit dem Gehörnten Gott verbunden. Diese moderne Vorstellung ist jedoch nicht mit dem historisch belegten gallischen Cernunnos gleichzusetzen, sondern verbindet antike Motive mit neuzeitlichen paganen und esoterischen Deutungen.

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