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Eichenkönig

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Der Eichenkönig (englisch Oak King) ist eine Gestalt des modernen Paganismus, besonders einiger wiccanischer und eklektischer Traditionen. Er verkörpert das zunehmende Sonnenlicht, Wachstum und die aufsteigende Kraft des Jahres. Sein Gegenpart ist der Stechpalmenkönig (Holly King), der für das abnehmende Licht und die dunkle Jahreshälfte steht.

Nach der verbreiteten modernen Erzählung übernimmt der Eichenkönig zur Wintersonnenwende die Herrschaft. Bis zur Sommersonnenwende wächst seine Kraft; dann wird er vom Stechpalmenkönig abgelöst. Zur folgenden Wintersonnenwende beginnt der Zyklus erneut. Beide Gestalten gelten dabei nicht als Verkörperungen von Gut und Böse, sondern als einander ergänzende Prinzipien von Wachstum und Rückzug, Licht und Dunkelheit sowie Werden und Vergehen.

Das heute bekannte Königspaar ist keine nachweisbare Gestalt antiker keltischer oder germanischer Religionen. Es entstand aus neuzeitlichen Deutungen jahreszeitlicher Bräuche, Vegetationsmythen und Baumsymbolik. Bedeutenden Einfluss hatte Robert Graves’ The White Goddess von 1948. In das moderne Hexentum wurde der Zyklus vor allem durch Janet und Stewart Farrars Eight Sabbats for Witches von 1981 aufgenommen und rituell ausgestaltet.

In manchen paganen Traditionen wird der Eichenkönig als Erscheinungsform des Gehörnten Gottes oder eines jahreszeitlichen Sonnengottes verstanden. Eichenlaub, Eicheln, Blattkronen oder Eichenstäbe können ihn symbolisieren. Seine Geschichte dient als moderner religiöser Mythos für den Kreislauf der Jahreszeiten und die fortwährende Abfolge von Entfaltung, Höhepunkt, Rückgang und Erneuerung.

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