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Beschwörung

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Eine Beschwörung ist eine rituelle Sprachhandlung, mit der eine Gottheit, ein Geist, eine Kraft oder ein bestimmter Zustand angerufen, herbeigerufen, gebunden, abgewehrt oder beeinflusst werden soll. Sie beruht auf der Vorstellung, dass feierlich und regelgerecht gesprochene Worte innerhalb eines Rituals eine besondere Wirksamkeit besitzen können.

Beschwörungen bestehen häufig aus festgelegten Formeln, heiligen Namen, Wiederholungen, Befehlen, Bitten oder Berufungen auf eine höhere Autorität. Sie können gesprochen, gesungen oder rhythmisch rezitiert und durch Gesten, Zeichen, Räucherungen oder rituelle Gegenstände unterstützt werden. Ihre möglichen Ziele reichen von Schutz und Heilung über Segnung und Reinigung bis zur Abwehr unerwünschter Einflüsse oder zur Anrufung geistiger Wesen.

Der Begriff bezeichnet nicht zwangsläufig eine schädliche oder „dunkle“ Handlung. Historisch finden sich beschwörende Formeln sowohl in magischen als auch in religiösen Zusammenhängen. Die moderne Unterscheidung zwischen Religion und Magie lässt sich auf historische Praktiken nicht immer eindeutig übertragen.

Von einer Affirmation unterscheidet sich die Beschwörung dadurch, dass sie nicht nur die Haltung der sprechenden Person bekräftigt, sondern auf eine außerhalb des eigenen Selbst gedachte Macht oder Wirkung zielt. Vom Gebet wird sie häufig durch ihren stärker operativen Charakter abgegrenzt: Während das Gebet vorwiegend bittet, dankt oder verehrt, soll die Beschwörung etwas bewirken, herbeiführen oder abwehren. In der rituellen Praxis können beide Formen jedoch ineinander übergehen.

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