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Glastonbury Tor

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Glastonbury Tor ist ein markanter Hügel bei Glastonbury in der südwestenglischen Grafschaft Somerset. Da die umliegenden Somerset Levels früher häufig überschwemmt waren, erschien der Hügel zeitweise wie eine Insel. Dies trug vermutlich zu seiner späteren Verbindung mit der sagenhaften Insel Avalon bei. Auf dem Gipfel steht heute der mittelalterliche Turm der ehemaligen St.-Michael-Kirche.

Archäologische Funde belegen eine Nutzung des Tor spätestens seit dem 5. bis 7. Jahrhundert. Nachgewiesen wurden Reste von Gebäuden, Metallverarbeitung und importierter Keramik. Ob sich dort bereits ein vorchristliches Heiligtum befand, ist nicht belegt. Seit dem Mittelalter bestand auf dem Gipfel eine christliche Kultstätte; die Kirche wurde dem Erzengel Michael geweiht. Der erhaltene Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Auffällig sind die stufenartigen Terrassen an den Hängen. Sie werden meist als landwirtschaftliche Ackerterrassen gedeutet. Die moderne Vorstellung, sie hätten ursprünglich ein vorgeschichtliches Labyrinth oder einen rituellen Spiralweg gebildet, ist archäologisch nicht nachgewiesen.

Seit dem Mittelalter ist Glastonbury eng mit der Artussage, Avalon, Joseph von Arimathäa und dem Heiligen Gral verbunden. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zudem zu einem Zentrum alternativer Spiritualität. Im modernen Paganismus gilt der Tor häufig als heiliger Landschaftsort, Andersweltzugang oder spirituelles Zentrum. Solche Deutungen gehören zur religiösen und esoterischen Überlieferung, nicht zu den gesicherten archäologischen Befunden.

Glastonbury Tor ist daher zugleich archäologische Stätte, christlicher Erinnerungsort, Schauplatz mittelalterlicher Legenden und bedeutender Ort des modernen Paganismus.

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