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Gnostizismus

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Gnostizismus ist eine moderne religionswissenschaftliche Sammelbezeichnung für unterschiedliche religiöse Bewegungen und Lehrsysteme der Spätantike, in denen eine erlösende Erkenntnis – die Gnosis – eine zentrale Rolle spielte. Die betreffenden Gruppen bildeten keine einheitliche Religion und bezeichneten sich nur teilweise selbst als „Gnostiker“. Deshalb ist die Verwendung des Begriffs in der Forschung umstritten.

Viele gnostische Systeme lehrten, dass im Menschen ein göttlicher oder geistiger Anteil verborgen sei, der seine Herkunft vergessen habe. Erlösung erfolge durch die Erkenntnis dieser Herkunft und die Rückkehr zur göttlichen Welt. Häufig wurde zwischen einem höchsten, vollkommenen Gott und einem untergeordneten Schöpfer der materiellen Welt, dem Demiurgen, unterschieden. Die sichtbare Welt konnte dabei als mangelhaft, entfremdet oder als Gefängnis des Geistes verstanden werden. Diese Vorstellungen waren jedoch nicht in allen gnostischen Traditionen gleichermaßen ausgeprägt.

Der Gnostizismus entstand im religiösen Umfeld des östlichen Mittelmeerraums und stand besonders mit dem frühen Judentum, Christentum sowie hellenistischer Philosophie in Verbindung. Er ist von der allgemeineren Gnosis als Form religiöser Erkenntnis zu unterscheiden.

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