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Hagazussa

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Hagazussa ist eine althochdeutsche Vorform des heutigen Wortes Hexe. Der Begriff ist seit etwa dem Jahr 1000 in mittelalterlichen Glossen belegt. Dort bezeichnet er unterschiedliche unheimliche oder zauberische weibliche Gestalten, etwa Furien, Nachtgeister oder Hexen. Eine eindeutig bestimmbare religiöse oder gesellschaftliche Rolle ist damit jedoch nicht verbunden.

Der erste Wortbestandteil, hag, bedeutet Einfriedung, Hecke oder abgegrenzter Ort. Die Bedeutung des zweiten Bestandteils -zussa beziehungsweise -zissa ist ungeklärt. Übersetzungen wie „Zaunreiterin“, „Heckengeist“ oder „Grenzgängerin“ sind daher Deutungen und keine sicher belegten ursprünglichen Wortbedeutungen.

Im modernen Hexentum und Heidentum wird die Hagazussa häufig symbolisch als Frau verstanden, die an der Grenze zwischen der geordneten Welt und der Wildnis oder Anderswelt steht. Dieses Bild der „Grenzgängerin zwischen den Welten“ ist eine moderne spirituelle Interpretation. Historisch lässt sich dagegen nicht belegen, dass Hagazussa ursprünglich eine Priesterin, Kräuterkundige, Hebamme oder Schamanin bezeichnete.

Sprachgeschichtlich entwickelten sich aus Formen wie hagazussa und hagzissa die mittelhochdeutschen Wörter hecse und hesse und schließlich das neuhochdeutsche Wort Hexe.

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