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Theismus und Paganismus

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Theismus bezeichnet den Glauben, dass mindestens eine Gottheit tatsächlich existiert. Wer mehrere eigenständige Gottheiten als real betrachtet oder verehrt, vertritt eine Form des Polytheismus. Polytheismus ist somit eine besondere Form des Theismus.

Paganismus muss jedoch nicht theistisch sein. Da viele pagane Traditionen kein verbindliches Glaubensbekenntnis verlangen, können Gottheiten unterschiedlich verstanden werden. Sie können als eigenständige Wesen, als Naturkräfte, als Archetypen, als Symbole oder als Ausdruck innerseelischer Prozesse betrachtet werden.

Ein theistischer Paganismus geht davon aus, dass Gottheiten unabhängig vom menschlichen Bewusstsein existieren. Gebete, Opfergaben und Rituale richten sich in diesem Verständnis an reale göttliche Gegenüber.

Ein nichttheistischer Paganismus betrachtet die Existenz übernatürlicher Gottheiten dagegen nicht als notwendige Voraussetzung religiöser Praxis. Gottheiten können beispielsweise menschliche Erfahrungen, psychische Kräfte, Naturvorgänge oder kulturelle Werte verkörpern.

Auch agnostischer Paganismus ist möglich. Agnostizismus bedeutet, dass die Existenz von Gottheiten nicht sicher gewusst oder entschieden werden kann. Eine agnostische Person kann an paganen Ritualen teilnehmen und Beziehungen zu Gottheiten pflegen, ohne eine endgültige Aussage über deren objektive Existenz zu treffen.

Theistische, polytheistische, agnostische und nichttheistische Menschen können daher an derselben paganen Praxis teilnehmen. Sie müssen nicht notwendigerweise dieselbe Erklärung dafür teilen, was während eines Rituals geschieht oder welchen ontologischen Status die angerufenen Gottheiten besitzen. Gemeinsam ist ihnen die Praxis, nicht zwingend ein einheitlicher Glaube.

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