Pantheon bezeichnet ursprünglich einen allen Göttern geweihten Tempel. Das Wort geht auf das griechische pántheion zurück und ist aus pan („alles“) und theós („Gott“) gebildet. Im übertragenen Sinn meint Pantheon auch die Gesamtheit der Gottheiten einer Religion, etwa das griechische oder ägyptische Pantheon. Daneben kann der Begriff eine nationale Ruhmes- und Gedächtnisstätte bezeichnen.
Das bekannteste Bauwerk dieses Namens ist das Pantheon in Rom. Ein erster Tempel wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. unter Marcus Vipsanius Agrippa errichtet. Der heutige Bau entstand überwiegend unter Kaiser Hadrian im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. Seine genaue antike Kultfunktion ist nicht vollständig geklärt; wahrscheinlich war er mehreren Gottheiten und zugleich der religiös-politischen Ordnung des Römischen Reiches gewidmet. Seit 609 wird das Gebäude als christliche Kirche genutzt.
Architektonisch verbindet das römische Pantheon eine klassische Säulenvorhalle mit einer kreisförmigen Rotunde und einer monumentalen Betonkuppel. Der Durchmesser und die Höhe des Innenraums betragen jeweils etwa 43 Meter, sodass sich gedanklich eine Kugel in den Raum einfügen lässt. Licht fällt durch die zentrale Kuppelöffnung, den Oculus, in das Gebäude.
Seit der Renaissance wurde das Pantheon zu einem der wichtigsten Vorbilder der europäischen und nordamerikanischen Architektur. Besonders die Kombination aus Säulenportikus, Dreiecksgiebel, Zentralraum und Kuppel wurde für Kirchen, Parlamente, Bibliotheken, Museen, Universitäten und Gedenkstätten übernommen. Beispiele sind die Rotunda der University of Virginia, Teile des Kapitols in Washington und das Panthéon in Paris. Die Bauform steht bis heute für Würde, Dauerhaftigkeit, staatliche Autorität, Bildung und öffentliches Gedächtnis.
