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Aprilscherz

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Als Aprilscherz bezeichnet man eine erfundene Nachricht, einen Scherzauftrag oder eine harmlose Täuschung, mit der Menschen am 1. April „in den April geschickt“ werden. Die Auflösung erfolgt im deutschen Sprachraum gewöhnlich mit dem Ruf „April, April!“. Neben privaten Scherzen beteiligen sich seit dem 18. Jahrhundert auch Zeitungen und später Rundfunk, Fernsehen, Unternehmen und digitale Medien an diesem Brauch.

Die genaue Herkunft des Aprilscherzes ist ungeklärt. Eindeutige Belege für Scherze am 1. April finden sich in Europa seit dem 16. und frühen 17. Jahrhundert; die Redensart „in den April schicken“ ist im deutschen Sprachraum seit 1618 bezeugt. Häufig wird der Brauch mit der französischen Kalenderreform von 1564 erklärt, durch die der Jahresanfang einheitlich auf den 1. Januar gelegt wurde. Da Hinweise auf Aprilscherze jedoch teilweise älter sind, gilt diese Erklärung nicht als gesichert.

Mitunter werden antike Frühlings- und Narrenfeste wie die römischen Hilarien als Vorläufer genannt. Tatsächlich gehörten Verkleidung, soziale Umkehrung und ausgelassener Spott zu verschiedenen europäischen Festtraditionen. Eine direkte historische Entwicklung vom antiken oder „heidnischen“ Frühlingsritual zum heutigen Aprilscherz lässt sich jedoch nicht nachweisen. Im modernen Paganismus kann der Brauch symbolisch mit Frühling, Wandel, spielerischem Chaos und der zeitweiligen Aufhebung gesellschaftlicher Ordnung verbunden werden; er ist aber kein allgemein überliefertes paganes Fest.

Heute ist der Aprilscherz vor allem ein säkularer Medien- und Alltagsbrauch. Sein Grundmotiv bleibt das spielerische Hinterfragen von Wahrnehmung und Glaubwürdigkeit, wobei ein gelungener Aprilscherz gewöhnlich als harmlos, zeitlich begrenzt und eindeutig auflösbar verstanden wird.

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