Blocksberg ist eine volkstümliche Bezeichnung für einen sagenhaften Versammlungsort von Hexen. Heute wird der Name vor allem mit dem Brocken im Harz verbunden, dessen Geschichte und eigene Sagenüberlieferung in einem gesonderten Artikel behandelt werden. Ursprünglich konnte „Blocksberg“ jedoch auch allgemein einen abgelegenen Berg bezeichnen, auf dem Hexen ihre nächtlichen Zusammenkünfte abhalten sollten.
Die Vorstellung gehört vor allem zum frühneuzeitlichen Hexenglauben. Hexen wurde unterstellt, sie würden auf Besen, Tieren oder anderen Gegenständen zu entlegenen Orten fliegen, dort den Teufel verehren, tanzen und Schadenzauber verabreden. Solche Erzählungen waren keine Berichte über tatsächliche Zusammenkünfte, sondern Bestandteile einer Verfolgungsideologie, durch die vermeintliche Hexen beschuldigt, gefoltert und hingerichtet wurden.
Entscheidend für die Bekanntheit des Begriffs war der Schriftsteller Johannes Praetorius. In seinem 1668 veröffentlichten Werk Blockes-Berges Verrichtung sammelte er Sagen, Reiseberichte und gelehrte Vorstellungen über den Blocksberg, die Walpurgisnacht und den angeblichen Hexensabbat. Praetorius erfand diese Motive nicht, verband sie jedoch zu einer umfangreichen und einflussreichen Darstellung. Dadurch wurde der Blocksberg zunehmend als zentraler Hexenberg des deutschen Sprachraums wahrgenommen.
Später griff insbesondere Johann Wolfgang von Goethe die Überlieferung in der Walpurgisnacht-Szene seines Faust auf. Durch Literatur, Kunst und Populärkultur wandelte sich der Blocksberg vom bedrohlichen Schauplatz des Hexenglaubens zu einem allgemeinen Symbol für Hexen, Magie und nächtliche Gegenwelten.
Historisch ist der Blocksberg daher nicht als sicher belegter vorchristlicher Kultort zu verstehen. Das bekannte Bild entstand vor allem aus frühneuzeitlichem Hexenglauben, barocker Literatur und späterer dichterischer Verarbeitung.
