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Duotheismus

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Duotheismus bezeichnet die Vorstellung, dass zwei Gottheiten oder zwei göttliche Gestalten im Zentrum einer Religion stehen. Anders als im Dualismus müssen diese nicht als feindliche Mächte wie Gut und Böse verstanden werden, sondern können einander ergänzende Prinzipien verkörpern.

Der Begriff wird besonders auf Wicca und einige Strömungen des modernen Paganismus angewandt. Dort erscheinen das Göttliche häufig als Göttin und Gehörnter Gott. Die Göttin wird unter anderem mit Erde, Mond, Geburt und Erneuerung verbunden, der Gott mit Sonne, Wildnis, Fruchtbarkeit sowie dem Werden und Vergehen der Natur. Beide gelten meist als gleichwertige und miteinander verbundene Kräfte.

Wie diese Gestalten verstanden werden, unterscheidet sich je nach Tradition. Sie können als eigenständige Gottheiten, als weibliche und männliche Erscheinungsformen einer umfassenden göttlichen Einheit, als Sammelbilder zahlreicher Gottheiten oder als symbolische Archetypen aufgefasst werden. Duotheismus kann sich daher mit polytheistischen, pantheistischen oder monistischen Vorstellungen überschneiden.

Die wiccanische Verbindung einer universalen Göttin mit einem Gehörnten Gott ist keine nachweislich seit der Vorzeit unverändert fortbestehende Religion. Sie entstand im 20. Jahrhundert als moderne Synthese aus Mythologie, westlicher Esoterik, Ritualmagie, romantischen Naturvorstellungen und älteren religionsgeschichtlichen Theorien.

Heute wird die traditionelle Zuordnung von Göttin und Gott zu weiblichen und männlichen Eigenschaften teilweise kritisch diskutiert. Manche pagane Gruppen verstehen diese Polarität nur symbolisch, andere entwickeln nichtbinäre oder vielfältigere Gottesvorstellungen. Duotheismus ist daher keine einheitliche Glaubenslehre und darf nicht mit dem gesamten modernen Paganismus gleichgesetzt werden.

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