Ein Eisteddfod (Plural: Eisteddfodau) ist ein walisisches Kulturfest mit Wettbewerben in Dichtung, Musik, Gesang, Literatur, Theater und weiteren Künsten. Der Name leitet sich vom walisischen eistedd („sitzen“) ab und bezeichnet ursprünglich eine feierliche Zusammenkunft.
Als historisches Vorbild gilt ein Dichter- und Musikerwettbewerb, den der walisische Fürst Rhys ap Gruffydd 1176 auf Cardigan Castle veranstaltete. Eine ununterbrochene Tradition seit dem Mittelalter lässt sich jedoch nicht nachweisen. Das moderne Eisteddfod entstand vor allem während der walisischen Kulturbewegung des 18. und 19. Jahrhunderts. Seit 1861 wird das National Eisteddfod of Wales veranstaltet, heute jährlich an wechselnden Orten.
Zu den bedeutendsten Preisen gehören der kunstvoll gefertigte Bardenstuhl für ein Gedicht in traditioneller walisischer Versform sowie die Krone für freiere Dichtung. Das Festival dient besonders der Pflege und öffentlichen Verwendung der walisischen Sprache.
Mit dem Eisteddfod verbunden ist der Gorsedd Cymru, eine Gemeinschaft von Dichtern, Künstlern und Kulturschaffenden.
Neben dem National Eisteddfod bestehen zahlreiche regionale und schulische Veranstaltungen, das Jugendfestival Eisteddfod yr Urdd sowie das 1947 gegründete Llangollen International Musical Eisteddfod. Insgesamt verbindet das Eisteddfod Kunstwettbewerb, Volksfest, Sprachpflege und walisische kulturelle Identität.
