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Gorsedd Cymru

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Besonders auffällig sind die farbenprächtigen Zeremonien des Gorsedd Cymru, einer Gemeinschaft von Dichtern, Schriftstellern, Künstlern und Personen, die sich um die walisische Kultur verdient gemacht haben. Die Mitglieder erscheinen bei bestimmten Feierlichkeiten in weißen, blauen oder grünen Gewändern. An ihrer Spitze steht der Archdderwydd, der „Erzdruide“.

Der Gorsedd wurde 1792 von Edward Williams, besser bekannt unter seinem Bardennamen Iolo Morganwg, gegründet. Die erste Versammlung fand auf dem Primrose Hill in London statt. Morganwg behauptete, alte walisische Barden- und Druidenüberlieferungen wiederherzustellen. Tatsächlich entwarf er jedoch zahlreiche Texte, Rituale und Vorstellungen selbst oder gestaltete ältere Motive im Geist der Romantik neu. Erst 1819 wurde der Gorsedd dauerhaft mit der Eisteddfod-Bewegung verbunden.

Die Zeremonien sind deshalb nicht als unverändert überlieferte Riten der vorchristlichen Druiden zu verstehen. Sie stellen eine neuzeitliche romantische Rekonstruktion dar, in der walisischer Nationalgedanke, Bardenideal, Naturmystik und Vorstellungen über das keltische Altertum miteinander verbunden wurden. Historisch handelt es sich um eine „erfundene Tradition“, die dennoch über zwei Jahrhunderte hinweg eine eigene kulturelle Wirksamkeit und Bedeutung entwickelt hat.

Der Gorsedd ist heute keine pagane Religionsgemeinschaft, und das National Eisteddfod ist kein heidnisches Ritualfest. Seine druidisch anmutende Symbolik beeinflusste jedoch das moderne Druidentum und die breitere keltische Spiritualität. Umgekehrt werden die Gewänder, Steinkreise, Schwerter und Bardenzeremonien außerhalb von Wales gelegentlich irrtümlich als direkte Überreste der antiken keltischen Religion betrachtet. Sie gehören vielmehr zur romantischen und nationalkulturellen Neuerfindung des Druidenbildes im 18. und 19. Jahrhundert.

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