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Himmelsscheibe von Nebra

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Die Himmelsscheibe von Nebra ist eine etwa 32 Zentimeter große Bronzescheibe mit goldenen Darstellungen von Himmelskörpern. Sie entstand in der frühen Bronzezeit und wurde vermutlich um 1600 v. Chr. zusammen mit Schwertern, Beilen, Schmuck und einem Meißel auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt niedergelegt. Die Scheibe gilt als die älteste bekannte konkrete Darstellung astronomischer Phänomene und gehört seit 2013 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Das Bildprogramm entstand in mehreren Phasen. Ursprünglich zeigte die Scheibe eine Mondsichel, eine runde Scheibe – wahrscheinlich Vollmond oder Sonne – sowie 32 Sterne. Sieben eng gruppierte Sterne werden als Plejaden gedeutet. Später wurden zwei goldene Horizontbögen ergänzt, die vermutlich den Bereich der Sonnenauf- und -untergänge zwischen Sommer- und Wintersonnenwende markieren. Ein weiterer Goldbogen am unteren Rand wird meist als Himmelsbarke interpretiert. Am Rand angebrachte Löcher könnten zur Befestigung der Scheibe auf einem Träger gedient haben.

Wahrscheinlich verband die Himmelsscheibe astronomische Beobachtung mit kalendarischem Wissen und religiöser Kosmologie. Möglicherweise half die Stellung von Mond und Plejaden dabei, Mond- und Sonnenjahr aufeinander abzustimmen. Zugleich deutet die Himmelsbarke auf mythische Vorstellungen vom Lauf der Gestirne hin. Die kostbaren Materialien und die aufwendige Herstellung sprechen dafür, dass die Scheibe einer gesellschaftlichen oder religiösen Elite gehörte.

Gefunden wurde sie 1999 von Raubgräbern und 2002 bei einer fingierten Verkaufsverhandlung in Basel sichergestellt. Naturwissenschaftliche Untersuchungen bestätigten den Fundort und die frühbronzezeitliche Datierung. Das Original befindet sich heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle an der Saale. Die Himmelsscheibe ist ein einzigartiges Zeugnis dafür, wie eng Naturbeobachtung, Zeitrechnung, Religion und politische Macht im bronzezeitlichen Mitteleuropa miteinander verbunden waren.

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