Der Monatsname März geht auf das lateinische Martius zurück, den „Monat des Mars“. Der römische Gott Mars verkörperte neben Krieg auch Schutz, Wehrhaftigkeit, Ordnung und entschlossenes Handeln. In frühen römischen Kalenderformen begann das Jahr mit dem März, da nach dem Winter Landwirtschaft, öffentliche Tätigkeiten und militärische Unternehmungen wieder aufgenommen wurden.
Ältere deutsche Bezeichnungen wie Lenzmonat verweisen dagegen auf den einsetzenden Frühling, die zunehmende Helligkeit und das erneute Wachstum der Natur. Beide Bedeutungsebenen – Tatkraft und Frühlingsbeginn – prägen auch heutige pagane Deutungen.
Im modernen Paganismus gilt der März häufig als Schwellenzeit zwischen Winter und Frühling. In Wicca und jahreskreisorientierten Traditionen steht besonders die Frühlings-Tagundnachtgleiche im Mittelpunkt, die vielfach Ostara genannt wird. Das Gleichgewicht von Tag und Nacht symbolisiert Ausgleich, Klarheit, Erneuerung und die Umsetzung dessen, was während des Winters vorbereitet wurde.
Rekonstruktionistische und heathen geprägte Strömungen folgen dagegen oft regionalen, gemeinschaftlichen oder lunisolaren Rhythmen. Frühlingsopfer, Blóts und der Beginn der neuen Arbeitszeit können hier Schutz, Gemeinschaft und das Wiedererwachen der Welt thematisieren.
Ethisch wird der März mit maßvoller Tatkraft, Verantwortungsübernahme und klaren Grenzen verbunden. Weitere Leitmotive sind die geduldige Pflege neuer Vorhaben, Verlässlichkeit im Alltag, ein gerechter Ausgleich zwischen unterschiedlichen Lebensbereichen sowie das bewusste Loslassen überholter Belastungen. Der März steht damit für den Übergang vom Hoffen zum konkreten Handeln.
