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Ostara

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Die Vorstellung einer vorchristlichen germanischen Frühlingsgöttin namens Ostara ist im modernen Heidentum weit verbreitet.

Die historische Quellenlage ist jedoch komplexer, als populäre Darstellungen häufig erkennen lassen. Direkt bezeugt ist eine angelsächsische Göttin namens Ēostre, die der frühmittelalterliche Gelehrte Beda Venerabilis im 8. Jahrhundert erwähnt. Der Name Ostara dagegen geht auf eine sprachwissenschaftliche Rekonstruktion Jacob Grimms aus dem 19. Jahrhundert zurück.

Die heute gebräuchliche Bezeichnung der Frühlings-Tagundnachtgleiche als „Ostara“ ist überwiegend eine moderne religiöse Tradition. Sie kann als solche sinnvoll und legitim sein, sollte aber nicht als lückenlos überliefertes vorchristliches Fest dargestellt werden. Ebenso lässt sich die verbreitete Behauptung, das christliche Osterfest sei von einer germanischen Ostara-Feier „gestohlen“ worden, historisch nicht belegen.

Religiös kann die „Existenz“ einer Gottheit auch aus der Tatsache ihrer praktischen Verehrung abgeleitet werden. Das ist so seit Jahrzehnten gegeben. Aber die historische Belegung ist nicht unumstritten und als Festname für das Frühlings-Equinox nur bedingt geeignet.

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