Pantheismus bezeichnet eine religiöse oder philosophische Auffassung, nach der Gott und die gesamte Wirklichkeit beziehungsweise das Universum identisch sind. Es gibt demnach keinen von der Welt getrennten Schöpfergott; vielmehr ist alles Existierende Teil der göttlichen Wirklichkeit oder Ausdruck derselben. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern pan („alles“) und theós („Gott“) zusammen.
Pantheismus ist keine einheitliche Lehre. Manche Formen verstehen das Universum als geistige, beseelte Einheit, andere deuten „Gott“ eher als Bezeichnung für die umfassende Ordnung oder Einheit der Natur. Auch ein persönliches Gottesbild ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen, wird von vielen pantheistischen Positionen jedoch abgelehnt. Als bedeutendster Vertreter des neuzeitlichen Pantheismus gilt häufig Baruch de Spinoza, für den nur eine einzige unendliche Substanz existiert, die als „Gott oder Natur“ verstanden werden kann.
Vom klassischen Theismus unterscheidet sich der Pantheismus dadurch, dass Gott nicht als eigenständiges, der Schöpfung gegenüberstehendes Wesen gedacht wird. Vom Panentheismus ist er ebenfalls abzugrenzen: Während im Pantheismus Gott und Welt zusammenfallen, befindet sich im Panentheismus die Welt in Gott, ohne dessen gesamtes Wesen auszuschöpfen.
