Alban Hefin ist eine Bezeichnung für die Sommersonnenwende im modernen Druidentum. Sie fällt auf der Nordhalbkugel gewöhnlich auf den 20. oder 21. Juni und bezeichnet den Zeitpunkt des längsten Tages und der kürzesten Nacht. Im Jahreskreis steht das Fest für die größte Kraft des Sonnenlichts, die Fülle des Sommers und zugleich für den Wendepunkt, nach dem die Tage wieder kürzer werden.
Der walisische Name wird in druidischen Traditionen häufig als „Licht des Sommers“ oder „Licht des Ufers“ übersetzt. Diese Deutungen sind jedoch eher symbolisch als sprachwissenschaftlich eindeutig. Das Geiriadur Prifysgol Cymru, das historische Wörterbuch der walisischen Sprache, führt hefin als wahrscheinlich von Iolo Morganwg gebildetes Wort auf, das von haf – „Sommer“ – sowie von Wörtern wie Mehefin – „Juni“ – beeinflusst wurde. Alban bezeichnet in diesem Zusammenhang einen der vier solaren Wendepunkte des Jahres.
Die Bezeichnung ist kein nachweisbarer Name eines vorchristlichen keltischen Festes. Sie stammt aus der neuzeitlichen walisischen Druiden– und Bardenrenaissance. Der Dichter und Altertumsforscher Iolo Morganwg, mit bürgerlichem Namen Edward Williams, verwendete den Ausdruck für die Sommersonnenwende und gründete am 21. Juni 1792 auf dem Primrose Hill in London seinen modernen Bardenbund, den Gorsedd. In seinen Schriften ordnete er die vier Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen den Namen Alban Arthan, Alban Eilir, Alban Hefin und Alban Elfed zu. Viele der von ihm als alt überliefert dargestellten Lehren waren jedoch eigene Konstruktionen und können nicht als Belege für die Religion der historischen Druiden gelten.
Heute wird Alban Hefin besonders in druidischen Gemeinschaften gefeiert. Typische Themen sind Licht, Lebenskraft, Freude, Wachstum und sommerliche Fülle. Feiern können Sonnenbeobachtungen, nächtliche Wachen, Feuerzeremonien, Gesang, gemeinschaftliche Rituale oder persönliche Besinnung umfassen. In manchen neuheidnischen Zusammenhängen wird Alban Hefin mit Litha gleichgesetzt; historisch entstammen beide Namen jedoch unterschiedlichen modernen Traditionslinien.
