Alban Eilir ist eine moderne druidische Bezeichnung für die Frühlings-Tagundnachtgleiche, die auf der Nordhalbkugel gewöhnlich um den 20. März eintritt. Sie kennzeichnet den astronomischen Frühlingsbeginn und wird symbolisch mit dem Erwachen der Natur, Erneuerung, Wachstum und dem zunehmenden Licht verbunden. In vielen neuheidnischen Jahreskreisen bildet Alban Eilir eines der vier Sonnenfeste zwischen den traditionellen keltischen Festterminen.
Der Name ist keine nachgewiesene Bezeichnung eines vorchristlichen keltischen Festes. Er entstand im Umfeld der neuzeitlichen walisischen Druidenbewegung und geht wahrscheinlich auf den Dichter und Altertumsforscher Iolo Morganwg – eigentlich Edward Williams, 1747–1826 – zurück. Morganwg entwickelte gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein System von vier Alban-Festen für die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen. Bereits 1795 veranstaltete er zur Zeit von Alban Eilir eine bardische Versammlung in Wales.
In der modernen Druidenbewegung wird Alban Eilir häufig mit „Licht der Erde“ oder „Licht des Frühlings“ übersetzt. Diese Deutungen sind jedoch eher spirituelle Interpretationen als eindeutige wörtliche Übersetzungen. Das walisische Wort eilir bezeichnet Erneuerung, Wiederbelebung oder eine wiederkehrende Frische; das heutige walisische Wörterbuch führt Alban Eilir als Bezeichnung der Frühlings-Tagundnachtgleiche.
Heute steht Alban Eilir vor allem für Gleichgewicht und Neubeginn: Tag und Nacht befinden sich annähernd im Gleichgewicht, während anschließend die helle Tageszeit weiter zunimmt. Gefeiert wird das Fest je nach Tradition mit Frühlingssymbolen, Saaten, Blumen, Eiern, Feuer oder Ritualen zur persönlichen und natürlichen Erneuerung. Alban Eilir ist damit ein historisch junges, aber inzwischen fest etabliertes Element moderner druidischer und neuheidnischer Festkultur.