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Goetia

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Goetia bezeichnet Formen der Geisterbeschwörung und Ritualmagie. Der Begriff geht auf das altgriechische goēteía zurück und konnte Zauberei, Beschwörung oder als betrügerisch bewertete Magie bezeichnen. Ein goēs galt als Zauberer, Wahrsager oder Totenbeschwörer. Goetia war in der Antike jedoch keine einheitliche magische Tradition, sondern häufig eine abwertende Fremdbezeichnung für religiös oder gesellschaftlich unerwünschte Praktiken.

Heute wird der Begriff vor allem mit der Ars Goetia verbunden, dem ersten Teil des frühneuzeitlichen Zauberbuches Lemegeton beziehungsweise Der kleinere Schlüssel Salomos. Der vermutlich im 17. Jahrhundert zusammengestellte Text beschreibt 72 hierarchisch geordnete Geister mit Namen, Siegeln, Erscheinungsformen und zugeschriebenen Fähigkeiten. Die Rituale sollen diese Wesen mithilfe magischer Kreise, göttlicher Namen, Gebete und Beschwörungsformeln herbeirufen und kontrollieren.

Die Zuschreibung des Werkes an den biblischen König Salomo ist pseudepigraphisch und sollte dem Text Autorität verleihen. Historisch gehört die Ars Goetia zur jüdisch-christlich geprägten salomonischen GrimoireTradition und ist nicht ursprünglich pagan.

Seit dem 20. Jahrhundert wird Goetia in der zeremoniellen Magie, der modernen Hexenkunst, dem Satanismus und der Dämonolatrie unterschiedlich interpretiert. Die beschriebenen Wesen können dabei als reale Geister, psychologische Kräfte oder symbolische Gestalten verstanden werden. Goetia ist jedoch kein allgemein verbindlicher Bestandteil des modernen Paganismus.

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