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Megalithkultur

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Als Megalithkultur werden vorgeschichtliche Gesellschaften und Bautraditionen bezeichnet, die große Steinblöcke zur Errichtung von Gräbern, Kultbauten und Steinsetzungen verwendeten. Der Begriff leitet sich von griechisch mégas („groß“) und líthos („Stein“) ab.

Die Bezeichnung ist wissenschaftlich nur eingeschränkt geeignet, da es keine einheitliche Megalithkultur mit gemeinsamer Sprache, Religion oder Herkunft gab. Treffender spricht man von Megalithik oder megalithischen Bautraditionen, die in verschiedenen Regionen und Zeiten unabhängig voneinander oder durch kulturellen Austausch entstanden.

In Europa verbreitete sich die Megalithik vor allem während der Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit. Schwerpunkte lagen an der Atlantikküste, auf den Britischen Inseln, in Norddeutschland, Skandinavien und im Mittelmeerraum. Zu den wichtigsten Bauformen gehören Menhire, Dolmen, Ganggräber, Steinkreise und megalithische Tempelanlagen.

Viele Megalithanlagen dienten als gemeinschaftlich genutzte Grabstätten. Sie konnten über Generationen hinweg verwendet werden und waren vermutlich Orte des Totengedenkens, religiöser Rituale und sozialer Zusammenkunft. Zugleich strukturierten sie die Landschaft und konnten Zugehörigkeit, Erinnerung oder territoriale Ansprüche ausdrücken. Einige Anlagen weisen Ausrichtungen auf Sonnenstände auf, doch lassen sich ihre konkreten religiösen Bedeutungen ohne Schriftquellen nur begrenzt rekonstruieren.

Der Bau solcher Monumente erforderte technische Kenntnisse, langfristige Planung und organisierte Zusammenarbeit. Megalithanlagen gelten daher als wichtige Zeugnisse der sozialen, religiösen und handwerklichen Fähigkeiten vorgeschichtlicher Gemeinschaften.

In modernen paganen und naturreligiösen Strömungen werden einzelne Megalithstätten erneut als spirituelle Orte genutzt. Eine ununterbrochene Überlieferung jungsteinzeitlicher Glaubensvorstellungen bis in die Gegenwart ist jedoch nicht nachweisbar.

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