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Nwyfre

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Nwyfre ist ein mittelwalisisches Wort für Himmel, Firmament oder Atmosphäre. Es erscheint in mittelalterlicher walisischer Dichtung, unter anderem im Umfeld des Buches von Taliesin. Vereinzelt begegnet Nwyfre außerdem als Personen- oder Ahnenname in der walisischen Sagenüberlieferung. Daraus lässt sich jedoch kein historischer Kult einer Gottheit namens Nwyfre ableiten.

Seine heute verbreitete Bedeutung als kosmische Lebens- oder Vitalkraft entstand erst in der neuzeitlichen Druidenbewegung. Besonders einflussreich war der walisische Dichter und Altertumsforscher Iolo Morganwg im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. In dem auf seinen Schriften beruhenden Werk Barddas wurde Nwyfre als belebendes, bewegendes und bewusstseinsfähiges Prinzip des Kosmos dargestellt. Diese Lehre verbindet ältere walisische Begriffe mit romantischer Naturphilosophie und darf nicht als unveränderte Überlieferung der antiken Druiden verstanden werden.

Im modernen Paganismus, besonders im heutigen Druidentum, bezeichnet Nwyfre häufig eine Lebenskraft, die Menschen, Tiere, Pflanzen und Landschaften durchströmt. Der Begriff wird bei Meditationen, Naturerfahrungen, Heilungsritualen und Formen spiritueller Energiearbeit verwendet. Vergleiche mit Prana oder Qi sind moderne Analogien, keine Hinweise auf einen gemeinsamen historischen Ursprung. Auch von Awen, der dichterischen und spirituellen Inspiration, wird Nwyfre meist unterschieden.

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