Tarot bezeichnet ein Kartensystem, das heute sowohl als Spiel als auch zur symbolischen Deutung und Divination verwendet wird. Seine ältesten belegten Formen entstanden im 15. Jahrhundert in Norditalien. Ursprünglich handelte es sich nicht um ein magisches Orakel, sondern um ein Stichkartenspiel, bei dem gewöhnliche Farbkarten durch besondere Trumpfkarten ergänzt wurden.
Ein heute verbreitetes Tarotdeck umfasst 78 Karten: 22 Trumpfkarten, die in der Esoterik als Große Arkana bezeichnet werden, sowie 56 Farbkarten, die Kleinen Arkana. Zu den bekannten Motiven gehören der Narr, die Herrscherin, der Tod, der Turm und die Welt. Ihre Bildsprache beruht überwiegend auf spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Allegorien.
Erst seit dem späten 18. Jahrhundert wurde das Tarot zunehmend mit Wahrsagung, angeblich altägyptischer Weisheit, Kabbala und westlicher Magie verbunden. Besonders einflussreich waren französische Autoren wie Antoine Court de Gébelin und der Kartenleger Etteilla. Die behauptete Herkunft aus dem alten Ägypten ist historisch nicht belegt. Im modernen Paganismus und in der Esoterik dient Tarot vor allem der Divination, Meditation, Selbsterkundung und rituellen Symbolarbeit.