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Trolldom

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Trolldom ist ein skandinavischer Begriff für Magie, Zauberei oder Hexerei. Er geht auf altnordisch trolldómr zurück und bezeichnete keine einheitliche Religion oder fest umrissene magische Schule, sondern unterschiedliche Praktiken, mit denen Menschen durch übernatürliche Mittel Krankheiten heilen, Gefahren abwehren, Glück fördern, verborgene Dinge erkennen oder anderen schaden wollten. Obwohl das Wort mit troll verwandt ist, bedeutet Trolldom nicht die Verehrung von Trollen. Der Begriff verweist vielmehr allgemein auf Kräfte und Handlungen außerhalb der gewöhnlichen menschlichen Ordnung.

Trolldom darf nicht als geschlossenes, unverändert aus vorchristlicher Zeit überliefertes System verstanden werden. Die altnordischen Quellen kennen verschiedene Formen magischen Handelns, darunter Seiðr, eine mit Weissagung, Trance und Beeinflussung verbundene Ritualpraxis, sowie Galdr, einen gesprochenen oder gesungenen Zauber. Trolldom entwickelte sich dagegen zu einer breiteren Sammelbezeichnung. In den historischen Praktiken verbanden sich ältere nordische Vorstellungen mit christlichen Segensformeln, Volksmedizin, kirchlichen Gebeten, gelehrter Magie und europäischen Zauberbuchtraditionen.

Ein großer Teil des Trolldom war auf konkrete Probleme des Alltags ausgerichtet. Zauber sollten Blutungen stillen, Schmerzen lindern, Menschen und Tiere heilen, Schutz vor Unglück geben, gestohlene Gegenstände auffinden, Jagd- oder Ernteglück fördern, Liebe hervorrufen oder Feinde schädigen. Verwendet wurden gesprochene Formeln, symbolische Gesten, Pflanzen, Messer und andere gewöhnliche Gegenstände. Häufig galten Wiederholungen – besonders die dreifache Ausführung – sowie der richtige Zeitpunkt und die genaue Weitergabe des Spruches als entscheidend.

Viele überlieferte Formeln waren ausdrücklich christlich geprägt. Sie beriefen sich auf Jesus, die Dreifaltigkeit, Engel oder biblische Ereignisse. Für die Ausübenden bestand nicht unbedingt ein Widerspruch zwischen christlichem Glauben und magischer Heil- oder Schutzpraxis. Kirchliche und staatliche Autoritäten konnten dieselben Handlungen jedoch als Aberglauben oder verbotene Zauberei verurteilen.

Als besonders kundige Personen galten sogenannte „kluge Leute“, Heilerinnen, Segenssprecher oder Wahrsager. Sie wurden wegen Krankheiten, Viehproblemen, Diebstählen und persönlichen Konflikten aufgesucht, zugleich aber auch gefürchtet. Wer heilen konnte, dem wurde mitunter ebenfalls die Fähigkeit zugeschrieben, Krankheiten oder Unglück zu verursachen.

Seit der frühen Neuzeit wurde trolldom auch als juristische Bezeichnung in skandinavischen Hexenprozessen verwendet. Verfolgt wurden sowohl angebliche Schadenszauber als auch Heilung, Wahrsagung und Gegenmagie. Unter dem Einfluss der christlichen Dämonologie wurden magische Praktiken zunehmend als Ergebnis eines Teufelspakts gedeutet.

Wichtige Quellen des jüngeren Trolldom sind handschriftliche Schwarzkunstbücher mit Heilmitteln, Schutzformeln, Liebeszaubern, Wahrsagetechniken und Flüchen. In der Gegenwart verwenden einige neuheidnische und okkulte Strömungen den Begriff für rekonstruierte oder weiterentwickelte skandinavische Volksmagie. Historisch bezeichnet Trolldom jedoch ein wandelbares Geflecht aus Volksglauben, Heilkunde, Christentum und magischer Überlieferung – keine einheitliche „nordische Hexenreligion“.

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