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Chalice Well

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Chalice Well ist eine eisenhaltige Quelle am Fuß des Glastonbury Tor in Somerset, England. Wegen der rötlichen Eisenablagerungen wird sie auch Red Spring oder Blood Spring genannt. Die Quelle liegt in einer heute als Meditations- und Gartenanlage gestalteten Landschaft und gehört zu den bekanntesten spirituellen Orten Glastonburys.

Archäologische Funde belegen eine Nutzung des Gebietes seit vorgeschichtlicher Zeit, jedoch keinen durchgehend bestehenden Kultplatz. Das Brunnenhaus ist vermutlich mittelalterlichen Ursprungs. Im 18. Jahrhundert wurde das Wasser als Heilwasser genutzt und ein zeitweiliger Kurbetrieb eingerichtet.

Bekannt ist Chalice Well vor allem durch die Legende, Joseph von Arimathäa habe hier den Heiligen Gral verborgen. Historische Belege dafür fehlen. Auch die heutige Deutung des Namens als „Kelchquelle“ beruht wahrscheinlich auf einer späteren Umformung älterer Ortsnamen.

Seit dem 20. Jahrhundert wird Chalice Well bewusst als interreligiöser Friedens- und Begegnungsort gepflegt. Der 1959 gegründete Chalice Well Trust versteht die Quelle als offen für Menschen unterschiedlicher Religionen und spiritueller Wege. Neben christlich geprägten Feiern finden dort auch Meditationen sowie Feste des modernen Jahreskreises statt.

Im modernen Paganismus gilt Chalice Well häufig als heiliger Naturort und als Ausdruck der lebendigen Erde. Das rote Wasser wird mit Blut, Lebenskraft, Heilung, Göttinnenvorstellungen und weiblicher Schöpfungskraft verbunden. Zusammen mit der nahe gelegenen White Spring wird die Quelle teilweise als einer von zwei sich ergänzenden spirituellen Polen Glastonburys verstanden. Diese Deutungen sind überwiegend modern und keine gesicherten Überreste eines antiken oder keltischen Kultes.

Chalice Well ist damit ein vielschichtiger Ort, an dem sich Naturverehrung, christliche Gralslegenden, Esoterik, interreligiöse Spiritualität und moderner Paganismus miteinander verbinden.

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