Der Juni ist der sechste Monat des heutigen Kalenders. Sein lateinischer Name mensis Iunius stammt aus dem römischen Kalender, in dem der Monat ursprünglich an vierter Stelle stand, da das Jahr mit dem März begann.
Die verbreitetste Deutung führt den Monatsnamen auf Juno (Iuno) zurück, eine der höchsten Göttinnen der römischen Religion. Sie galt unter anderem als Beschützerin von Ehe, Frauen, Geburt, Gemeinschaft und staatlicher Ordnung.
Bereits antike Autoren kannten jedoch unterschiedliche Erklärungen. Ovid behandelt in seinen Fasti sowohl eine Herleitung von Juno als auch von Juventas, der Göttin der Jugend. Varro verband den Mai mit den maiores, den Älteren, und den Juni mit den iuniores, den Jüngeren. Die Verbindung mit Juno ist heute die bekannteste, aber nicht die einzige antike Deutung.
Der Juni im römischen Heidentum
Im römischen Festkalender war der Juni religiös dicht besetzt. Am Monatsanfang wurde Juno Moneta verehrt, deren Tempel auf dem Kapitol stand. Ihr Beiname wurde später auch mit der römischen Münzstätte verbunden.
Vom 7. bis 15. Juni fanden die Vestalia zu Ehren der Herdgöttin Vesta statt. Das heilige Feuer Vestas symbolisierte die religiöse Mitte des Hauses und des römischen Staates. Am 11. Juni wurden die Matralia für Mater Matuta gefeiert, eine Göttin des Morgenlichts, der Geburt und des Schutzes jungen Lebens. Weitere Festtage waren die Ludi Piscatorii am 7. Juni und das Fest der Glücks- und Schicksalsgöttin Fors Fortuna am 24. Juni.
Sommersonnenwende
Auf der Nordhalbkugel liegt im Juni die Sommersonnenwende, gewöhnlich am 20. oder 21. Juni. Die Sonne erreicht ihren höchsten Stand; der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres treten ein. Zugleich beginnen die Tage anschließend wieder kürzer zu werden.
In jahreszeitlich orientierten Religionen gilt dieser Zeitpunkt daher sowohl als Höhepunkt des Lichtes als auch als Wendepunkt. Er steht für Wachstum, Kraft und Fülle, erinnert aber zugleich an Vergänglichkeit und den zyklischen Wandel der Natur.
Bedeutung
Im modernen Paganismus gilt der Juni als Monat der bewussten Fülle. Er steht für den Höhepunkt äußerer Lebenskraft, aber auch für die Einsicht, dass jeder Höhepunkt bereits den nächsten Wandel enthält. Damit verbindet der Juni Licht und Wende, Wachstum und Reife, Sonnenfeuer und schützende Gemeinschaft.
