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Christopaganismus

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Christopaganismus bezeichnet moderne religiöse Ansätze, die christliche Glaubensinhalte mit Elementen des zeitgenössischen Paganismus verbinden. Er ist keine einheitliche Religion, sondern ein Sammelbegriff für unterschiedliche Formen persönlicher Spiritualität und religiöser Mehrfachzugehörigkeit.

Christopagane Menschen können Jesus als Erlöser, spirituellen Lehrer oder göttliche Gestalt verehren und zugleich pagane Gottheiten, Naturgeister oder das Göttlich-Weibliche anerkennen. Maria und Maria Magdalena werden teilweise als Verkörperungen weiblicher Heiligkeit oder in Verbindung mit moderner Göttinnenspiritualität gedeutet. Andere Christopagane bleiben monotheistisch und verstehen Gottheiten als Erscheinungsformen oder kulturelle Bilder einer umfassenden göttlichen Wirklichkeit.

Die religiöse Praxis kann christliche Gebete, Psalmen, Bibeltexte und Heiligenverehrung mit Naturspiritualität, Jahreskreisfesten, Ritualkreisen, Ahnenverehrung, Divination oder magischen Praktiken verbinden. Dabei bestehen Überschneidungen mit christlicher Hexenkunst, christlichem Animismus und esoterischem Christentum, ohne dass diese Begriffe gleichbedeutend sind.

Historische Verbindungen zwischen christlichen und vorchristlichen Bräuchen entstanden bereits während der Christianisierung Europas. Der moderne Christopaganismus unterscheidet sich davon jedoch durch die meist bewusste und individuelle Verbindung beider religiöser Bereiche.

Die Strömung ist umstritten. Traditionelle christliche Kirchen lehnen insbesondere Polytheismus, Magie und Wahrsagerei als unvereinbar mit ihrer Lehre ab. Manche Pagane betrachten das Christentum wiederum aufgrund seiner historischen Vorherrschaft und der Verfolgung nichtchristlicher Religionen kritisch. Für christopagane Menschen bietet die Verbindung dagegen eine Möglichkeit, christliche Prägungen mit Naturehrung, Göttinnenspiritualität oder paganen Ritualen zu versöhnen.

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