Der Januar ist der erste Monat des heutigen Kalenderjahres. Sein Name geht auf das lateinische mensis Ianuarius zurück und bedeutet „der dem Janus geweihte Monat“. Im Deutschen waren lange auch die Formen Jenner und Jänner gebräuchlich; in Österreich ist Jänner bis heute die übliche Bezeichnung.
Nach römischer Überlieferung wurde der Januar zusammen mit dem Februar dem älteren, im März beginnenden Kalender vorangestellt. Als politischer Jahresbeginn setzte sich der 1. Januar besonders seit 153 v. Chr. durch, als die römischen Konsuln an diesem Tag ihr Amt anzutreten begannen.
Namensgeber des Monats ist Janus, der römische Gott der Anfänge, Übergänge, Türen und Tore. Er wurde meist mit zwei Gesichtern dargestellt, von denen eines zurück- und das andere vorausblickt. Zu seinen Attributen gehören Schlüssel und Stab. Da Janus den Zugang zu neuen Wegen und zu den übrigen Göttern eröffnete, wurde er bei rituellen Handlungen häufig zuerst angerufen.
Besondere Bedeutung besaß der sogenannte Ianus Geminus, ein Janusheiligtum, dessen Tore nach römischem Verständnis in Kriegszeiten geöffnet und in Friedenszeiten geschlossen waren. Am 1. Januar achtete man auf günstige Worte und Vorzeichen. Datteln, Feigen und Honig wurden verschenkt, damit das neue Jahr sinnbildlich süß beginnen und verlaufen sollte.
In modernen paganen und rekonstruktivistischen Traditionen kann Janus am Jahreswechsel als Hüter der Schwelle angerufen werden. Dabei steht er für den bewussten Abschluss des Vergangenen, den Blick auf das Kommende und den Mut zum Neubeginn.
