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Hermetic Order of the Golden Dawn

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Der Hermetic Order of the Golden Dawn war ein 1888 in London gegründeter esoterischer Initiationsorden. Zu seinen Gründern gehörten die Freimaurer William Wynn Westcott, Samuel Liddell MacGregor Mathers und William Robert Woodman. Der Orden verband Elemente der westlichen Ritualmagie mit Rosenkreuzertum, Freimaurerei, Alchemie, Astrologie, Tarot, christlich geprägter Kabbala sowie der sogenannten henochischen Magie. Anders als viele freimaurerische Organisationen nahm er auch Frauen auf. Bekannte Mitglieder waren unter anderem William Butler Yeats, Florence Farr, Arthur Edward Waite und zeitweise Aleister Crowley.

Die Lehren waren in aufeinander aufbauende Grade gegliedert. Jedem Grad wurden bestimmte Elemente, Planeten, Farben, Symbole und Bereiche des kabbalistischen Lebensbaumes zugeordnet. Rituale arbeiteten mit festgelegten Himmelsrichtungen, magischen Geräten, Schutzkreisen, Gottesnamen, Gesten und visualisierten Symbolen. Obwohl der ursprüngliche Orden bereits um 1900 durch innere Konflikte zerfiel, wurden seine Lehrsysteme von Nachfolgeorganisationen weitergeführt und vor allem durch Israel Regardies mehrbändige Veröffentlichung The Golden Dawn ab 1937 einem breiten Publikum zugänglich.

Der Golden Dawn war selbst keine pagane Religion, sondern ein synkretistischer magischer Orden mit starken jüdischen und christlichen Bestandteilen. Dennoch prägte er den modernen Paganismus erheblich. Besonders das entstehende Wicca übernahm direkt oder indirekt Formen der zeremoniellen Magie: die rituelle Kreisziehung, die Anrufung der Himmelsrichtungen und Elemente, den Gebrauch von Pentagrammen, farblichen und astrologischen Korrespondenzen, geweihten Werkzeugen sowie initiatorischen Graden. Vermittelt wurden solche Einflüsse auch durch Aleister Crowley und das weitere britische Umfeld der Ritualmagie, aus dem Gerald Gardner bei der Ausgestaltung des Wicca schöpfte.

Über Wicca wirkten diese Formen auf zahlreiche weitere neopagane und moderne magische Traditionen ein. Viele heute selbstverständlich erscheinende Ritualstrukturen des westlichen Paganismus beruhen daher nicht unmittelbar auf vorchristlichen Religionen, sondern teilweise auf der esoterischen Systematisierung des 19. Jahrhunderts. Der Einfluss ist jedoch nicht in allen paganen Richtungen gleich stark: Rekonstruktionistische Traditionen orientieren sich meist stärker an historischen Quellen und können die kabbalistischen oder zeremonialmagischen Bestandteile des Golden Dawn bewusst ablehnen.

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