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Hymnus

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Ein Hymnus ist ein feierlicher Preis-, Lob- oder Anrufungsgesang. Das Wort geht auf griechisch hýmnos zurück und bezeichnete bereits in der Antike Gesänge zu Ehren von Gottheiten, Heroen oder anderen verehrten Mächten. Hymnen können sowohl im religiösen Kult als auch in literarischer Form auftreten.

Im Unterschied zum meist kurzen und stark wiederholten Chant ist ein Hymnus gewöhnlich ausführlicher gestaltet. Er kann aus mehreren Strophen bestehen, Eigenschaften und Taten einer Gottheit schildern, mythische Ereignisse erzählen oder eine Bitte mit einem Lobpreis verbinden. Die Grenzen sind jedoch fließend: Ein kurzer Abschnitt eines Hymnus kann in einem Ritual wiederholt und damit als Chant verwendet werden.

Historische Beispiele sind die homerischen Hymnen, altägyptische Götterhymnen, vedische Gesänge und christliche Kirchenhymnen. Hymnische Texte finden sich darüber hinaus in zahlreichen weiteren religiösen Traditionen. Sie können gesprochen, rezitiert oder nach festgelegten beziehungsweise neu komponierten Melodien gesungen werden.

Auch im modernen Paganismus werden Hymnen zur Verehrung von Gottheiten, Naturkräften, Ahnen oder jahreszeitlichen Erscheinungen verfasst. Dabei können antike Texte übersetzt oder bearbeitet, überlieferte Motive neu zusammengestellt oder vollständig neue Hymnen geschaffen werden. Moderne Entstehung mindert ihre religiöse Bedeutung nicht, sollte jedoch von historischer Überlieferung unterschieden werden.

Der Hymnus wird vor allem durch seinen lobenden und feierlichen Inhalt bestimmt. Ein Chant beschreibt dagegen eher eine wiederholende Vortragsform, während eine Beschwörung durch die beabsichtigte magische oder rituelle Wirkung gekennzeichnet ist.

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